Bierdurst im Sommer hilft Heineken und Carlsberg durch Corona-Krise

Reuters

Brüssel/Kopenhagen (Reuters) - Nach dem Corona-Shutdown im Frühjahr mit geschlossenen Bars und Restaurants ist der Bierdurst im Sommer in Teilen der Welt zurückgekehrt.

Beim niederländischen Brauereikonzern Heineken sorgte die Nachfrage in Amerika dafür, dass der Bierabsatz insgesamt weniger stark schrumpfte als befürchtet, wie die weltweite Nummer Zwei hinter der belgischen InBev am Mittwoch mitteilte. Der dänische Wettbewerber Carlsberg hob sogar seine Jahresziele an, nachdem im dritten Quartal der Absatz in Russland und China wieder anzog.

Heineken mit seinen Marken wie Tiger und Sol verbuchte einen Absatzrückgang im dritten Quartal um 1,9 Prozent, während Analysten mit einem Minus von 5,9 Prozent gerechnet hatten. In Amerika stieg das verkaufte Biervolumen um 2,5 Prozent. Derweil sank der Absatz in Asien um 12,3 Prozent und in Europa um 2,4 Prozent. Für das Gesamtjahr wagte der Vorstand wegen der Unwägbarkeiten der Corona-Krise allerdings keinen Ausblick. "Die Situation bleibt hoch volatil und unsicher", sagte Konzernchef Dolf van den Brink. Erneute Restriktionen in vielen Ländern zur Eindämmung der Pandemie würden Heineken belasten. Zudem schmälere der Bierverkauf in den Läden die Einnahmen gegenüber dem Verkauf in Bars und Restaurants.

Die dänische Carlsberg-Brauerei mit Marken wie Kronenbourg, Baltika und Holsten ist nach nach starken Umsätzen in Russland und China für das Gesamtjahr 2020 zuversichtlicher. Statt eines Rückgangs des Betriebsergebnisses im hohen einstelligen Prozentbereich rechnet der Branchen-Dritte nun mit Einbußen im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim Umsatz schnitt der Konzern mit 17,3 Milliarden Kronen (2,3 Milliarden Euro) besser ab als von Analysten erwartet, die mit 16,9 Millarden gerechnet hatten.

Der Bierkonsum schwindet seit Jahren. Die Corona-Krise in diesem Jahr mit Schließungen der Gastronomie und abgesagten Großveranstaltungen wie etwa der Fußball-Europameisterschaft oder der Olympischen Spiele in Japan versetzte der Branche einen weiteren Schlag.

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