Covestro – Vom Highflyer zum Sorgenkind?

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Covestro – Vom Highflyer zum Sorgenkind?

Nachdem Covestro 2015 von Bayer abgespalten wurde, legte der Kunststoffhersteller einen furiosen Start an der Börse hin und die Aktie konnte sich bis Ende 2017 nahezu vervierfachen. Diese rasante Entwicklung gipfelte in der DAX-Aufnahme im März 2018. Doch seitdem zeigt der Trend kontinuierlich bergab und die Covestro-Aktie hat mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Warum ist Covestro in den vergangenen zwei Jahren so stark eingebrochen?

Ein Teil des Kursrückgangs hängt sicherlich mit dem Rückzug von Bayer zusammen. Beim Börsengang 2015 blieb Bayer weiterhin größter Aktionär und brachte nur rund 69 % der Covestro-Anteile an die Börse. Schon damals wurde jedoch von Bayer angekündigt, dass man auf Dauer die restlichen Anteile verkaufen möchte. Mittlerweile ist Bayer nur noch mit 6,8 % an Covestro beteiligt. Dies führte dazu, dass es nun deutlich mehr frei handelbare Covestro-Aktien gibt und nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage logischerweise auch der Kurs der Covestro-Aktien tendenziell fallen musste.

Ein weiterer Grund ist die Veränderung des Marktumfelds in den letzten zwei Jahren. Zwischen 2015 und 2018 erlebte Covestro einen fast unglaublichen Boom und konnte den Reingewinn in diesem Zeitraum fast verfünffachen. Dies lag jedoch in erster Linie darin begründet, dass die direkten Konkurrenten von Covestro mit technischen Problemen und Unfällen zu kämpfen hatten. Dadurch wurde das Angebot kurzfristig knapp und die Preise stiegen stark. Als Weltmarktführer konnte Covestro von dieser Situation anschließend stark profitieren. Seit Ende 2018 hat sich die Lage am Markt jedoch wieder normalisiert. Die Angebotslage entspannt sich und die Preise fallen wieder. Aus diesem Grund fielen die Margen bei Covestro und der Gewinn ging zurück.

Belasten die Probleme Covestro auch weiterhin?

Aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall positiv, dass Bayer nun nahezu alle seine Anteile an Covestro veräußert hat. Daher wird der Kurs in Zukunft nicht mehr belastet, wenn Bayer Aktienpakete veräußert. Daher ist dieses Problem, mit dem Covestro in den letzten zwei Jahren zu kämpfen hatte, in der Zukunft kaum mehr relevant.

Problematischer ist aus meiner Sicht der Blick auf die fundamentale Entwicklung von Covestro in den letzten beiden Jahren. Aktuell ist sowohl der Umsatz als auch der Gewinn stark rückläufig. In den ersten drei Quartalen 2019 fiel der Umsatz beispielsweise um knappe 16 % und das EBITDA sogar um mehr als 54 %. Diese Entwicklung sehe ich persönlich als sehr kritisch an. Meiner Meinung nach kann eine Aktie nur langfristig erfolgreich sein, wenn das Marktumfeld ebenfalls langfristig und stabil wächst. Dies scheint im Markt für Kunststoffe nicht gegeben zu sein.

Die verlockende Dividende

Aktuell lockt Covestro mit einer sehr starken Dividendenrendite von 6,2 % (Stand: 12.02.2020). Zudem verfolgt Covestro das Ziel, die Dividende nicht zu kürzen und nach Möglichkeit auch jedes Jahr zu steigern. Dieses Ziel wurde seit der Kunststoffhersteller an der Börse ist immer erreicht.

Falls Covestro auch in Zukunft sein Versprechen halten kann und die Dividende weiter solide wächst, könnte die Aktie also langfristig trotz der aktuellen fundamentalen Probleme interessant sein. Doch auch hinter die Stabilität der Dividende auf dem aktuellen Niveau muss man aus meiner Sicht ein dickes Fragezeichen setzen. Für das Geschäftsjahr 2019 werden rund 3,24 Euro Gewinn je Aktie erwartet. Gleichzeitig liegt die Dividende bereits bei 2,40 Euro pro Aktie. Viel Luft für weitere Erhöhungen ist also nicht vorhanden, ohne das Covestro anfangen müsste, die Dividende aus der Unternehmenssubstanz zu bezahlen. Zudem entwickeln sich die Gewinne aktuell rückläufig. Daher ist es aus meiner Sicht durchaus unsicher, ob Covestro im kommenden Jahr den Gewinn über 2,40 Euro je Aktie halten kann.

Für mich persönlich ist Covestro daher aktuell eher ein Sorgenkind und ich würde eher in andere Unternehmen investieren. Falls man merkt, dass sich der Kunststoffmarkt langfristig stabilisiert und Covestros Gewinne ebenfalls stabil wachsen, kann man eine Neubewertung der Situation vornehmen. Aber bis dahin wäre es mir zu unsicher, ob Covestro ausreichend Gewinne erzielen kann, um die Dividenden nachhaltig auszuzahlen.

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Robin Gey besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Bild: Covestro

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