Die Sache mit der heißen Suppe

Der onvista-Börsenfuchs · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Hallo Leute! Heute Morgen wurde ich gleich von mehreren Seiten an die Metapher erinnert, dass die Suppe nicht so heiß gegessen wird, wie sie vorher gekocht wurde. Das könnte auch das Motto von Börsen-Bullen in einer unsicheren Phase sein. Anders ausgedrückt: Waren die Skeptiker in den vergangenen Tagen einfach zu skeptisch, werden die Belastungsfaktoren für die Finanzmärkte überschätzt?

Schwer zu beurteilen. Aber es mehren sich beispielsweise coole Stimmen, die das Problemverhältnis Italien-Europa jetzt tiefer hängen. Irgendwie müssen und werden wir uns mit der neuen Regierung in Rom arrangieren - die will ja auch am europäischen Bündnis festhalten. Man wird intensiv miteinander reden und verhandeln. Also noch kein Grund für lange Gesichter an den Börsen.

Gilt das nicht auch für andere Brennpunkte? Nordkorea ist für mich das wichtigste Beispiel. Diese Suppe ist bereits spürbar abgekühlt (hoffentlich bleibt das so!). Überhaupt: Sollten die Trump-Kritiker (ich gehöre bekanntlich dazu) die Strategie von Donald J. nicht gelassener beurteilen? Außerdem dürfte sein „America first“ als Reaktion bei uns ein „Europa vereint“ fördern. Und wenn die aktuellen Wirtschaftsdaten nicht mehr uneingeschränkt kräftiges Wachstum signalisieren, ist das auch kein Beinbruch.

Schließlich kommt auch von unserer Zentralbank Beruhigendes: EZB schlägt vor der Zinssitzung in der kommenden Woche optimistische Töne zur Inflation an, melden Agenturen. Unsere Währungshüter sehen nämlich Fortschritte auf dem Weg zu ihrem Ziel einer nachhaltig höheren Inflationsrate in der Euro-Zone. Die Signale in dieser Richtung hätten sich verstärkt, sagte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet heute in Berlin. Dazu trage auch der Wirtschaftsaufschwung in den Staaten Währungsunion bei, der sich in größerem Lohnwachstum bemerkbar mache. “Dies stärkt unser Vertrauen, dass die Inflation mittelfristig ein Niveau von unter, aber nahe 2 Prozent erreichen wird.” Also könnte so ganz allmählich eine Normalisierung der Zinsentwicklung vorbereitet werden.

So gesehen ist es also kein Wunder, dass die Aktienmärkte bisher nicht tief in die Knie gegangen sind und sich nach schwächeren Momenten gleich wieder erholen. Bleibt trotzdem wachsam und vorsichtig, meine Freunde! Denn es werden immer wieder heiße Tagessuppen gekocht.

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