dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 28.10.2021 - 17.00 Uhr

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GESAMT-ROUNDUP: Inflation klettert weiter - EZB bleibt ultralockerem Kurs treu

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich durch den sprunghaften Anstieg der Teuerung nicht von ihrer ultralockeren Geldpolitik abbringen. Erst bei der Sitzung am 16. Dezember will der Rat der EZB entscheiden, wie es mit den milliardenschweren Anleihenkäufen weitergeht und welche Schritte folgen. Ein Ende des Zinstiefs ist weiterhin nicht in Sicht.

ROUNDUP: Biden stutzt Sozial- und Klimapaket auf 1,75 Billionen Dollar

WASHINGTON - Auf Druck aus Teilen seiner Partei hat US-Präsident Joe Biden sein geplantes Paket für Investitionen in Soziales und Klimaschutz dramatisch zusammengestrichen. Vorgesehen seien seinen Plänen nach nun Ausgaben von 1,75 Billionen US-Dollar, sagten hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses am Donnerstag in Washington. Ursprünglich hatte Biden ein doppelt so großes Paket im Umfang von 3,5 Billionen Dollar angepeilt. Moderate Demokraten hatten sich jedoch gegen derart hohe Ausgaben gesperrt und den Präsidenten in monatelangen Verhandlungen gezwungen, sich von Teilen seiner Pläne zu verabschieden. Das Paket gehört zu den innenpolitischen Kernvorhaben seiner Präsidentschaft.

ROUNDUP: US-Wirtschaft verliert deutlich an Fahrt

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat in den Sommermonaten wegen Lieferengpässen in der Industrie und steigender Corona-Fallzahlen deutlich an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die größte Volkswirtschaft der Welt noch um annualisiert 6,7 Prozent gewachsen.

ROUNDUP: Weiterer Preisschub - Inflation im Oktober bei 4,5 Prozent

WIESBADEN - Ein kräftiger Sprung bei den Energiepreisen hat die Inflation in Deutschland im Oktober weiter angeheizt. Die Verbraucherpreise stiegen um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Eine Teuerungsrate von 4,5 Prozent hatte die Wiesbadener Behörde zuletzt im Oktober 1993 gemessen. Im September hatte die Inflation mit 4,1 Prozent bereits die Vier-Prozent-Marke überschritten. Gegenüber dem Vormonat September kletterten die Verbraucherpreise im Oktober um 0,5 Prozent.

ROUNDUP: Steinmeier für Einlenken Londons im Brexit-Streit um Nordirland

DUBLIN - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für eine rasche Einigung im festgefahrenen Streit um Brexit-Regeln für Nordirland stark gemacht. Die EU-Kommission habe "sehr, sehr weitreichende Vorschläge gemacht", sagte er am Donnerstag bei einem Staatsbesuch in der Nähe von Dublin. "Und ich kann nur hoffen, dass diese Vorschläge in London nicht nur auf Gehör stoßen, sondern auch akzeptiert werden", betonte er.

Studie: Zwölf-Euro-Mindestlohn würde Millionen Beschäftigten helfen

DÜSSELDORF - Von einem Zwölf-Euro-Mindestlohn, den die angestrebte Ampelkoalition im Bund anpeilt, könnten einer Studie zufolge Millionen Bundesbürger profitieren. Derzeit gebe es in Deutschland etwa 8,6 Millionen Arbeitsverhältnisse, in denen die Entlohnung unter zwölf Euro brutto liege, heißt es in der am Donnerstag publizierten Analyse der Hans-Böckler-Stiftung. Es geht um 7,3 Millionen Hauptjobs und 1,3 Millionen Nebenjobs. Niedriglohn-Jobs gibt es vor allem in der Gebäudebetreuung, in der Gastronomie und im Einzelhandel.

USA: Schwebende Hausverkäufe geben deutlich nach

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der noch nicht ganz abgeschlossenen Hausverkäufe im September deutlich gefallen. Die Verkäufe verringerten sich im Monatsvergleich um 2,3 Prozent, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet.

ROUNDUP/Fake-Impfzertifikate: Experten vermuten Schwachstellen in Praxen

BERLIN - Die gefälschten digitalen Impfzertifikate, die derzeit mit gültigen Signaturen im Internet kursieren, könnten nach Einschätzung von Experten auf Sicherheitslücken in Arztpraxen oder Apotheken zurückzuführen sein. Möglicherweise sei es Unberechtigten dort gelungen, an die privaten Schlüssel für das Verschlüsselungssystem Fido zu gelangen, sagte am Donnerstag Thomas Uhlemann von der Sicherheitsfirma Eset.

ROUNDUP/Brexit-Streit: Frankreich setzt britisches Fischerboot fest

LONDON/PARIS - Im Brexit-Streit zwischen London und Paris um Fischereirechte im Ärmelkanal verschärft Frankreich den Ton. "Es ist kein Krieg, aber ein Gefecht", sagte die Ministerin für Meeresangelegenheiten, Annick Girardin, am Donnerstag dem Radiosender RTL. "Wir haben Fangrechte. Die müssen wir verteidigen und wir verteidigen sie." Europa-Staatssekretär Clément Beaune wiederholte im Sender CNews die Drohung, britische Boote künftig scharfen Zoll- und Sicherheitskontrollen zu unterziehen. "Wir werden keine Toleranz zeigen, keine Nachsicht." Damit will Paris London dazu bringen, mehr französische Boote in britischen Gewässern fischen zu lassen.

ROUNDUP 3/Klimaschutz: G20 will rasch handeln - aber konkrete Ziele fehlen noch

ROM - Die großen Industrienationen (G20) wollen auf ihrem Gipfel in Rom neue Versprechen für mehr Klimaschutz abgeben, sind aber noch uneins über konkrete Ziele. In einem Entwurf des Abschlusskommuniqués, der der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag, wird zu "sofortigem Handeln" aufgerufen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

USA: Arbeitslosen-Hilfsanträge sinken weiter Richtung Vorkrisenniveau

WASHINGTON - Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage weiter verbessert. In der vergangenen Woche sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Wochenvergleich um 10 000 auf 281 000 gesunken, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Es ist der mittlerweile vierte Rückgang in Folge.

Keine Einigung mit Russland: Moldaus Gaskrise spitzt sich zu

CHISINAU/MOSKAU - Inmitten einer schweren Gaskrise in der Republik Moldau haben neue Verhandlungen über einen Liefervertrag mit Russland kein Ergebnis gebracht. Das teilte der russische Gasriese Gazprom nach den Gesprächen in St. Petersburg mit. Moldaus Regierungschefin Natalia Gavrilita bekräftigte bei einem Besuch in Brüssel am Donnerstag die Bedeutung der Unterstützung durch die EU für ihr Land.

ROUNDUP 2: Ausbildungskrise trübt Freude über Herbstbelebung am Arbeitsmarkt

NÜRNBERG - Die Konjunktur ist vor allem bei den Dienstleistungen stark, die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt hält an, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist so hoch wie nie: Trotz solch positiver Signale ist der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit nicht vollends zufrieden. "Es können nicht alle Menschen in gleicher Weise davon profitieren", beklagte Detlef Scheele am Donnerstag in Nürnberg.

ROUNDUP/DIHK: Hohe Energiepreise belasten Unternehmen zunehmend

BERLIN - Lieferengpässe, hohe Energie- und Rohstoffpreise, Mangel an Fachkräften: Das macht vielen Unternehmen in Deutschland zunehmend zu schaffen. Zwar sei die wirtschaftliche Lage nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder besser, die Aussichten aber seien enttäuschend, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, am Donnerstag in Berlin.

ROUNDUP: RKI registriert 28 037 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 130,2

BERLIN - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 130,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 118,0 gelegen, vor einer Woche bei 85,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 28 037 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.39 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 16 077 Ansteckungen gelegen.

Eurozone: Wirtschaftsstimmung verbessert sich erneut

BRÜSSEL - Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hat sich im Oktober erneut verbessert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg im Monatsvergleich um 0,8 Punkte auf 118,6 Zähler, wie die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Es ist der zweite Zuwachs in Folge. Der Indikator nähert sich damit seinem im Juli markierten Rekordwert von 119,0 Punkten an. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang auf 116,7 Punkte gerechnet.

Italien: Verbraucher pessimistischer - Unternehmen zuversichtlicher

ROM - In Italien hat sich die Stimmung der Verbraucher im Oktober eingetrübt. Das Verbrauchervertrauen fiel um 1,2 Punkte auf 118,4 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag in Rom mitteilte. Analysten hatten mit der Entwicklung gerechnet. Die Eintrübung erfolgte auf breiter Front, nur die Zukunftsaussichten hellten sich etwas auf.

Spanien: Inflation zieht kräftig an

MADRID - Die Inflation in Spanien steigt sprunghaft. Im Oktober erhöhten sich die Verbraucherpreise sowohl nach europäischer (HVPI) als auch nationaler Berechnungsmethode um 5,5 Prozent, wie das Statistikamt INE am Donnerstag in Madrid mitteilte. In nationaler Rechnung sei es der höchste Anstieg seit 29 Jahren gewesen, erklärten die Statistiker. Die Erwartungen von Analysten wurde klar übertroffen.

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