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Handelsstreit: US-Milliardär Druckenmiller ist komplett aus Aktien ausgestiegen und in Staatsanleihen gegangen – „Will nicht in diesem Marktumfeld spielen“

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Die Causa Handelsstreit zwischen den USA und China wird immer ernster und die warnenden Stimmen werden lauter. Am Montag war US-Milliardär und Star-Investor Stan Druckenmiller der nächste in der Reihe am Panik-Knopf.

Wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat der 65-Jährige all seine Aktien verkauft und sich mit US-Staatsanleihen eingedeckt. Die Gründe dafür wären die derzeitige Situation im Handelsstreit, die die Märkte unberechenbar machen würde und die weiteren Folgen für die Wirtschaft. Druckenmiller befürchtet, das die US-Notenbank FED den Leitzins in den nächsten 18 Monaten wieder auf Null fallen lassen könnte, wenn die Wirtschaft sich weiter abschwächt.

Aus Aktien raus, in Staatsanleihen rein

„Als der Trump-Tweet veröffentlicht wurde, bin ich vom Status zu 93 Prozent im Markt investiert zu sein auf den Status komplett raus aus dem Markt gewechselt und habe mich mit einer Reihe von Staatsanleihen eingedeckt“, sagte Druckenmiller am Montagabend und bezog sich auf den Tweet vom 5. Mai von Präsident Donald Trump, in dem er mit einer Erhöhung der Zölle für China drohte. „Nicht, weil ich versuchen will, Geld zu verdienen, ich möchte einfach nicht in diesem Umfeld spielen.“

Druckenmillers Einschätzung zur Causa Handelsstreit: Er denkt nicht, dass der US-Präsident den Chinesen noch viel Verhandlungsspielraum geben wird, weil Trump denkt, dass die Strafzölle das Mittel zum Erfolg sind, auch für den Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl 2020. Druckenmiller ist besorgt, dass Trump die fragile Wirtschaft so zerbrechen und 2020 somit auch nicht erneut gewählt wird.

Warum er in Staatsanleihen gewechselt hat: Sie sind momentan „best game in town“, wenn sich die Konjunktur weiter verschlechtern sollte. „Gold ist ebenfalls nicht schlecht“, fügte der 65-Jährige hinzu.

Druckenmiller hat laut Bloomberg ein Nettovermögen von 5,1 Milliarden Dollar. In seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Investor hat er einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 30 Prozent erzielt – das macht ihn zu einem der globalen Top-Investoren.

Druckenmiller ist nicht der einzige große Name, der mittlerweile besorgt auf den Handelsstreit blickt. Auch Stars der Branche wie Ray Dalio oder Mark Mobius sehen eine schnelle Lösung zwischen den beiden Großmächten mittlerweile als unwahrscheinlich an. Die US-Bank Goldman Sachs hat ihre Einschätzung ebenfalls zum Negativen aktualisiert.

Lesen Sie auch: Handelsstreit: Dalio, Mobius, Goldman Sachs – Die großen Namen und Banken der Branche wechseln in den Alarm-Modus

Die Rhetorik aus China zum Handelsstreit nimmt derweil an Schärfe zu: Die Tageszeitung „China Daily“ sah eine Strategie der USA, erst „unangemessene Forderungen“ zu stellen, von denen klar sei, dass China sie nicht erfüllen könne, und dann China für das Scheitern der Gespräche verantwortlich zu machen. Es sei ein Trick, „neue Entschuldigungen zu finden, um einen Wirtschaftskrieg gegen China zu führen“, hieß es in einem Kommentar. „Es lässt die Menschen fragen, ob die USA ihr Handelsdefizit mit China verringern wollen oder versuchen, Chinas Entwicklung zu unterdrücken.“

onvista-Redaktion/dpa-AFX

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Titelfoto: Stuart Miles / Shutterstock.com

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