VW: Anleger-Erwartungen an die Zahlen waren zu hoch – Aktie im Minus – CEO Diess schließt IPO für Batteriezellen-Sparte nicht aus

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VW: Anleger-Erwartungen an die Zahlen waren zu hoch – Aktie im Minus – CEO Diess schließt IPO für Batteriezellen-Sparte nicht aus

VW ist schon seit einiger Zeit wieder eine heiß gehandelte Aktie an der Börse aufgrund der wachsenden Euphorie um den Wandel hin zur Elektromobilität. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der Anleger zu dem Quartalsbericht. Die zwar starken Quartalszahlen und ein angehobenes Ziel für das Jahresergebnis 2021 haben die Aktionäre jedoch nicht hinreichend überzeugt. Die Erwartungen an die Wolfsburger waren teils noch höher gesteckt als das, was der Autobauer letztlich lieferte.

Nach einem anfänglichen Kurssprung pendelten die Papiere zwischen Gewinnen und Verlusten. Am Nachmittag gaben sie im kaum veränderten Gesamtmarkt um 1,0 Prozent auf 214,00 Euro nach und zählten zu den schwächsten Werten im Dax. Zugleich rissen sie auch wieder die gleitende 50-Tage-Linie, die charttechnisch orientierten Anlegern den mittelfristigen Trend der Aktie signalisiert und die aktuell etwas über 217 Euro liegt. Trotz des jüngsten Rückschlags vom Mehrjahreshoch über 250 Euro, das die VW-Aktie Mitte März erreicht hatte, summieren sich die Kursgewinne im bisherigen Jahresverlauf aber immer noch auf rund 40 Prozent, was mit Abstand den ersten Platz in dem 30 Werte umfassenden Leitindex bedeutet.

Knock-Outs zur Volkswagen VZ Aktie

Kurserwartung
Aktie wird steigen
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Höhe des Hebels
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Chip-Mangel ‚wird unsere Werke weiter beschäftigen‘

Sorgen gibt es zudem aufgrund des Chipmangels. Die Lieferausfälle bei Elektronik-Chips mit wichtigen Halbleitern dürften sich nach Einschätzung von VW-Chef Herbert Diess noch spürbar hinziehen. Für bestimmte Rohstoffe sei die Lage wegen erhöhter Preise ebenfalls angespannt, sagte der Manager der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen Presse-Agentur.

„Die größten Risiken sehen wir bei den Halbleitern“, erklärte Diess. „Es gibt eine grundsätzliche Knappheit bei Chips, die wir wegen der vielen vernetzten Geräte in den Fahrzeugen brauchen. Das wird unsere Werke auch in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren, weiter beschäftigen.“ Zuletzt seien Probleme durch das Feuer beim japanischen Produzenten Renesas und den Schneesturm in Texas hinzugekommen. „Da sind mehrere Halbleiterfabriken für mehrere Wochen ausgefallen“, sagte der VW-Konzernchef. „Das werden wir spüren.“

Nicht einfach sei derzeit zudem der Rohstoffeinkauf: „Bei vielen Materialien – Stahl zum Beispiel, aber auch bei Edelmetallen etwa für den Katalysator – merken wir Preisanstiege.“ Verglichen mit der Situation, in der man wegen ausbleibender Teile „ein ganzes Auto mit seinem Deckungsbeitrag“ verliere, wiege dies aber weniger schwer. VW sichere sich überdies gegen allzu starke Kurzfrist-Schwankungen ab.

Besonders im zweiten Quartal 2020 waren Produktion und Verkäufe der Autobranche weltweit abgesackt. Werke mussten zeitweilig schließen, viele Verbraucher scheuten die Ausgaben für ein neues Auto. Es laufe inzwischen deutlich besser, meinte Diess. „Aber Corona ist für uns alles andere als vorbei. Wir müssen natürlich mit Covid-19 weiter umgehen.“ Vielerorts habe man die Situation nun im Griff – „auch in Südamerika und Tschechien, wo wir große Corona-Wellen hatten“, so der VW-Chef. „Aber es gibt auch in einigen Regionen Europas viele Händler, die noch geschlossen sind. Mit den Impfungen gehen wir davon aus, dass sich die Situation ab dem Sommer deutlich entspannen wird.“

Börsengang der Batteriesparte?

Der Konzern sucht zudem für den Aufbau seines Netzwerks aus Batteriefabriken in Europa weitere Partner und ist auch offen für eine Börsennotierung von Teilen der Geschäfte. Entscheidungen zu möglichen Batteriepartnerschaften seien in den kommenden Monaten zu erwarten, sagte Diess in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren. Das Unternehmen sei in Gesprächen mit anderen Firmen und Regierungen bezüglich seiner Batterieprojekte, sagte der Manager. Er wolle auch einen Börsengang (IPO – Initial Public Offering) von Teilen der Aktivitäten nicht ausschließen.

VW hatte Mitte März angekündigt, in Europa bis 2030 sechs Batteriezellwerke hochziehen zu wollen, um vor allem den Bedarf in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu decken. Mit dem Partner Northvolt entsteht im schwedischen Skellefteå ein Werk für Hochleistungszellen. Am Standort Salzgitter baut VW eine Zellfabrik, um eine kostengünstige „Einheitszelle“ für den Einsatz in Massenmodellen zu fertigen. Die restlichen Standorte sind noch offen. Zuletzt hatte die VW-Tochter Porsche angekündigt, in Tübingen ein Zellwerk für Hochleistungszellen bauen zu wollen. Auch der Seat-Standort im spanischen Martorell sowie ein Werk an der norddeutschen Küste sind im Gespräch. Batteriezellwerke erfordern hohe Investitionen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: balipadma / Shutterstock.com

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