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2-jährige und 10-jährige US-Anleihen invertieren – Was das bedeutet und warum es die Marktbeobachter so nervös macht

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2-jährige und 10-jährige US-Anleihen invertieren – Was das bedeutet und warum es die Marktbeobachter so nervös macht

Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen ist auf ein Rekordtief von 2,08 Prozent gesunken, während die 10-Jährigen unter den Wert der 2-Jährigen Anleihen invertiert haben.

Am amerikanischen Anleihemarkt betrug die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am frühen Mittwochnachmittag 1,57 Prozent, die Rendite zweijähriger Papiere betrug 1,59 Prozent. In Großbritannien fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen mit 0,445 Prozent leicht unter den Effektivzins zweijähriger Papiere.

Das ist ein absolutes Alarmsignal für viele Marktbeobachter. Aber warum wird diesem Ereignis so viel Beachtung entgegengebracht?

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Die Anleger schenken der Spanne zwischen 10 und 2 Jahren häufig besondere Aufmerksamkeit, da Inversionen dieses Teils der Kurve in den letzten 40 Jahren jeder Rezession vorausgegangen sind.

Die Zinsstrukturkurve ist der Gradmesser für diesen Wert. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Vergütung ist, die Anleger für den Kauf von kurz- oder langfristigen Staatsanleihen erhalten. Für lange laufende Anleihen gibt es im Normalfall höhere Renditen, da das Geld für sehr lange Zeit, beispielsweise 30 Jahre, ausgeliehen wird und aufgrund der Ungewissheit der fernen Zukunft die Unsicherheit steigt, ob man das Geld zurückerhält oder nicht. In Zeiten einer brummenden Wirtschaft, in der man starke Renditen an allen Ecken und Enden findet, ist die Nachfrage seitens der Käufer nach Staatsanleihen daher eher gering und die Rendite muss entsprechend hoch sein, um Käufer anzulocken.

Eine Zinsstrukturkurve sinkt, wenn die Prämie oder der Spread für längerfristige Anleihen auf Null sinkt – wenn beispielsweise der Zinssatz für 30-jährige Anleihen genauso ist wie der Zinssatz für zweijährige Anleihen. Wenn der Spread negativ wird, wird die Kurve als „invertiert“ bezeichnet.

Was bedeutet das?

Wenn alles gut läuft und das Wirtschaftswachstum stark ist, gibt es auch eine gewisse Inflation. Beispielsweise die 2 Prozent die von der FED und der EZB angestrebt werden. Anleger wollen also höhere Renditen für lang laufende Anleihen, auch um den Inflationseffekt auszugleichen - Sie gehen daher beim Kauf weiterhin von einer soliden Wirtschaftslage aus. Wenn die Zinskurve also invertiert, ist das ein Indikator dafür, dass die Anleger nicht mehr von einer weiterhin gesunden Wirtschaft ausgehen und ihr Heil in kürzer laufenden Anleihen suchen. Es ist also ein starkes Warnsignal für eine drohende Rezession. Auch deswegen, weil Anleihen besonders von den USA oder Deutschland als sichere Häfen angesehen werden und Anleger in schweren Zeiten in diese Anlage-Klassen flüchten. Wie groß die Unruhe ist, zeigt daher auch der Umstand, dass mittlerweile alle Bundesanleihen negative Renditen aufweisen.

Lesen Sie auch: Der Wahnsinn mit den negativen Renditen – Warum ist der Run auf Anleihen so stark?

Wie sieht es bei Bundesanleihen aus?

Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch ihre Rekordjagd der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Im Gegenzug fiel die Umlaufrendite auf ein neues Allzeittief von minus 0,64 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Am Dienstag hatte die Rendite noch bei minus 0,63 Prozent gelegen.

Es gab 48 Gewinner mit Kursaufschlägen von bis zu 0,500 Prozentpunkten. Dem standen elf Verlierer mit Abschlägen von bis zu 0,008 Punkten gegenüber. Der Saldo der von der Bundesbank gehandelten Anleihen war ausgeglichen.

Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 146,80 Punkte. Diesen Index berechnet die Deutsche Börse auf Basis der Kassakurse ausgesuchter Anleihen.

onvista-Redaktion/dpa-AFX

Titelfoto: eamesBot / Shutterstock.com

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