ROUNDUP: Tesla kann Gelände erweitern - Geteiltes Echo auf Entscheidung

dpa-AFX · Uhr

GRÜNHEIDE (dpa-AFX) - Die Weichenstellung für eine Erweiterung des Geländes von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin ist bei der Brandenburger Landesregierung auf ein positives Echo gestoßen. "Ich begrüße es, dass die Gemeindeversammlung Grünheide mit ihrer Entscheidung zur Erneuerung des Bebauungsplans für das Gelände die Grundlage gelegt hat, der wirtschaftlichen Entwicklung am Standort einen weiteren Impuls zu verleihen", teilte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Gemeindevertretung Grünheide stimmte am Donnerstagabend mehrheitlich für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans, damit Tesla laut Gemeinde einen Güterbahnhof, Logistikflächen, eine Betriebs-Kita und Schulungsräume errichten kann. Der Autobauer kann nun eine Fläche von über 100 Hektar kaufen. Dafür muss weiterer Wald gerodet werden.

Umweltschützer kritisieren nicht nur das schon bestehende Autowerk, sondern warnen auch vor einer Erweiterung des Geländes. Ein Teil des Areals liege in einem Wasserschutzgebiet, das die Umwandlung von Wald in eine andere Nutzungsart verbiete. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) sprach von einer Entscheidung gegen die Natur und gegen die Bürger. ÖDP-Landesvorsitzender Thomas Löb forderte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) dazu auf, den Verkauf der Waldflächen abzulehnen. Die Wassertafel Berlin-Brandenburg befürchtet, die prekäre Wassersituation in der Region werde sich zuspitzen.

Tesla produziert seit März in Grünheide in Brandenburg Elektroautos. Das bisherige Tesla-Gelände umfasst rund 300 Hektar. Das Unternehmen von Elon Musk plant auch einen Ausbau der Produktion auf dem nördlichen Teil des bisherigen Geländes. Dafür ist eine umweltrechtliche Genehmigung notwendig. Bei Tesla in Grünheide arbeiten derzeit nach eigenen Angaben mehr als 7000 Mitarbeiter. In der ersten Ausbauphase sollen es 12 000 Beschäftigte sein. Tesla hatte Bedenken von Umweltschützern stets zurückgewiesen und darauf verwiesen, dass der Wasserverbrauch in Grünheide geringer als im Durchschnitt der Branche sei./vr/DP/stw

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