Aktien Frankfurt: Moderate Verluste vor US-Zinsentscheid

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach enttäuschenden Quartalszahlen einiger US-Technologiekonzerne und vor dem US-Zinsentscheid am Mittwochabend haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt Vorsicht walten lassen. Der Dax sank gegen Mittag um 0,19 Prozent auf 16 940,46 Punkte. Der MDax verlor 0,48 Prozent auf 25 887,35 Zähler. Der EuroStoxx als Leitindex der Eurozone büßte rund 0,1 Prozent ein.

Wie es an den Börsen weitergeht, hängt nun voraussichtlich von der US-Notenbank Fed ab. Anleger erhoffen sich von der Zinsentscheidung am Abend auch Aufschluss über den weiteren geldpolitischen Pfad der Fed. Die an den Finanzmärkten heiß diskutierten Fragen sind, wann die US-Währungshüter erstmals nach längerer Zeit wieder die Zinsen herunterschrauben und wie viele Zinssenkungen es in diesem Jahr geben wird.

"So hoch wie die Erwartungen an die Unternehmen in der laufenden Berichtssaison, so hoch sind auch die Erwartungen an die Geldpolitik, aus den Hoffnungen auf Zinssenkungen möglichst früh im Jahresverlauf auch Fakten werden zu lassen", bemerkte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Nach den jüngsten Konjunkturdaten könnte Fed-Chef Jerome Powell den März als ersten Zinssenkungstermin abräumen. Dies könnte die Frage aufwerfen, "ob und wie lange dann allein die Aussicht auf eine geldpolitische Kehrtwende die Kauflaune am Aktienmarkt noch hochhalten kann", so Molnar.

Schwache Vorgaben vom US-Chiphersteller AMD und von Samsung aus Südkorea hinterließen Spuren bei deutschen Werten aus der Halbleiterbranche. So fielen Infineon um 1,7 Prozent, Elmos um 0,8 Prozent und Aixtron um 0,9 Prozent.

Sinkende Kapitalmarktzinsen vor der Sitzung der US-Notenbank Fed sorgten für festere Kurse im Immobiliensektor. Die Papiere von Vonovia gewannen als zweitbester Dax-Wert 1,2 Prozent. Die Titel von TAG waren mit einem Kursaufschlag von 3,5 Prozent Spitzenreiter im MDax. Der Immobiliensektor profitiert tendenziell von niedrigen Kapitalmarktzinsen, da sie Akquisitionen und auch die Refinanzierung verbilligen.

Die Anteilsscheine von Atoss setzten nach Quartalszahlen des Softwarespezialisten ihren jüngsten Rekordlauf fort und stiegen um 3,5 Prozent. Atoss steigerte den Umsatz im Schlussquartal um ein Drittel und den operativen Gewinn um gut zwei Drittel. Die Werte fielen besser aus als von Experten gedacht. Zudem soll die Dividende auf 3,37 Euro je Aktie steigen. Jefferies-Analyst Henrik Paganetty lobte die starke operative Dynamik des Unternehmens.

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB verbuchte ein schwaches Schlussquartal. Der Umsatz lag fast sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr ergab sich jedoch ein Ergebnissprung auf die obere Hälfte der Unternehmenszielspanne von 210 bis 230 Millionen Euro. Die KSB-Papiere waren mit einem Kursrückgang von 4,7 Prozent das Schlusslicht im SDax .

Die Aktien von Rational büßten 2,6 Prozent ein und gehörten damit zu den schwächsten Werten im MDax. Zuvor hatten die Analysten der Investmentbank Exane BNP die Papiere des Profiküchenausrüsters von "Neutral" auf "Underperform" herabgestuft./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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