Konjunkturdaten

Inflation: „Die heutigen Zahlen sind eine faustdicke Überraschung“

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Halfpoint/Shutterstock.com

Die Teuerung in Deutschland hat zu Jahresbeginn überraschend an Tempo verloren. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 2,6 Prozent im Dezember, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

Noch im Oktober, zeigen die Daten, hatte die Teuerungsrate bei 2,0 Prozent gelegen, im November bei 2,2 Prozent. Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Güter wie Lebensmittel und Energie ausklammert, sank im Januar auf 2,9 Prozent, nach 3,3 Prozent im Dezember.

„Die heutigen Zahlen sind eine faustdicke Überraschung“

Die Inflation ist ein wichtiger Indikator für den Kurs der Geldpolitik. Eine nachlassende Inflation ermöglicht eine Lockerung der Zinsen. Derzeit verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) eine vorsichtige Lockerungspolitik. Tendenziell sind niedrigere Zinsen günstig für Aktien. Allerdings orientiert sich die EZB dabei nach den Zahlen von Eurostat und dem sogenannten Harmonisierten Verbraucherpreisindex, die sich von den national erhobenen Inflationsdaten unterscheiden können.

„Die heutigen Zahlen sind eine faustdicke Überraschung – und zwar im positiven Sinne. Denn der Preisdruck ist in der Breite des Warenkorbs schwächer als erwartet ausgefallen“, kommentierte Volkswirt Sebastian Becker von der Deutschen Bank.

Volkswirte erwarten weitere Abschwächung der Teuerung

Die Energiepreise seien trotz der erneuten Anhebung des CO2-Preises weniger stark als befürchtet angestiegen, führt der Ökonom weiter aus. „Auch die Nahrungsmittelpreisinflation hat sich spürbar abgeflacht. Und zu guter Letzt ist auch die Kernrate trotz der kräftigen Preiserhöhung für das Deutschland-Ticket wieder unter die 3-Prozent-Marke gefallen.“

Laut Becker wirke die schwache Konjunktur zunehmend disinflationär. Die Volkswirte der Deutschen Bank rechnen daher damit, dass sich die Dienstleistungsinflation und die Kernrate im Laufe des Jahres weiter abschwächen. „Angesichts dessen dürfte auch die EZB an ihrem geldpolitischen Lockerungskurs festhalten“, sagt Becker.

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