ROUNDUP: Industrierecycler Befesa setzt auf stärkeres zweites Halbjahr

dpa-AFX · Uhr
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LUXEMBURG (dpa-AFX) - Nach einem Gewinnsprung zum Jahresstart hat der Industrie-Recycler Befesa auch im zweiten Quartal trotz Wartungsarbeiten an seinen Anlagen mehr verdient. Das Unternehmen habe trotz gesunkener Verarbeitungsmengen von historisch niedrigen Zinkschmelzlöhnen und operativen Verbesserungen profitiert, teilte Befesa am Mittwoch in Luxemburg mit. Zwar verlangsamte sich im zweiten Quartal das Gewinnwachstum im Tagesgeschäft deutlich und der Umsatz ging zurück, doch rechnet Konzernchef Asier Zarraonandia mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte.

"Nachdem sämtliche größeren Wartungsarbeiten in den ersten beiden Quartalen abgeschlossen wurden, sind wir gut aufgestellt, um im zweiten Halbjahr von deutlich höheren Volumen und einer gesteigerten operativen Effizienz voll zu profitieren", sagte der Befesa-Lenker. "Wir sind zuversichtlich, unsere Jahresprognose zu erreichen."

An der Börse wurde dieser Optimismus honoriert: Die Aktie notierte am Nachmittag zuletzt als einer der SDax-Lieblinge mit knapp fünf Prozent im Plus, nachdem das Papier seit Mitte Juli im Abwärtstrend gewesen war. Damit steigt der Kursgewinn seit Jahresbeginn wieder auf satte 30 Prozent.

Auch die aktuellen Quartalszahlen trafen bei Jefferies-Analyst Fabian Piasta auf Zuspruch. Auf den ersten Blick habe der Recycling-Spezialist im zweiten Quartal die Erwartungen insgesamt erfüllt, schrieb der Branchenkenner. Der Umsatz habe zwar unter den wartungsbedingten Stilllegungen gelitten, aber gewinnseitig sei dank einer verbesserten Marge alles in Ordnung.

Befesa hatte im vergangenen Drei-Monats-Zeitraum das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 3,2 Prozent auf 56,3 Millionen Euro steigern können. Der Nettogewinn verdoppelte sich gar auf 21,4 Millionen Euro - trotz Umsatzeinbußen von 9 Prozent auf rund 293 Millionen Euro. Analysten hatten sich jedoch ein etwas besseres Quartal erhofft.

Für das Gesamtjahr erwartet Befesa-Chef Asier Zarraonandia weiterhin einen Gewinnanstieg im Tagesgeschäft (bereinigtes Ebitda) auf 240 bis 265 Millionen Euro. Nach sechs Monaten stehen zwar erst 112 Millionen Euro in den Büchern; der Manager rechnet im zweiten Halbjahr aber in allen Märkten mit deutlich höheren Stahlstaubmengen - allein schon durch die Tatsache, dass sich während der Wartungsarbeiten höhere Lagerbestände angestaut hätten.

Hinzu komme eine verbesserte Effizienz insbesondere in den USA, wo die Öfen am Standort in Palmerton im Bundesstaat Pennsylvania in der zweiten Jahreshälfte vollständig in den Betrieb genommen würden, so Befesa. Dabei sollen auch einige neue Lieferverträge nach Anlaufverzögerungen nun in Kraft treten. Dagegen schätzt der Vorstand die Aluminiummärkte wegen der anhaltenden Herausforderungen im Automobilsektor den Angaben zufolge vorsichtig ein. Im ersten Halbjahr war das recycelte Volumen an Aluminiumsalzschlacken denn auch gesunken, auch das Volumen der Aluminiumlegierungen war zurückgegangen./tav/nas/mis

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