
Mit moderaten Gewinnen am Mittwoch hat sich im Dax das Auf und Ab auf hohem Niveau fortgesetzt. Hoffnungen auf sinkende Zinsen in den USA stützen. Zudem stellen sich in der politischen Krise Frankreichs die Sozialisten hinter Premier Sébastien Lecornu, um einen Sturz der Regierung zu verhindern. Nach der ersten Stunde Handel legte der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent auf 24.299 Zähler zu.
Die Zinshoffnungen am Markt wurden befeuert, nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell am Dienstag die sich weiter eintrübenden Perspektiven am US-Arbeitsmarkt betont hatte. Überschattet werden die Hoffnungen jedoch vom wieder verstärkt aufgeflammten Handelskonflikt zwischen den USA und China.
Im hochverschuldeten Nachbarland Frankreich steht am Donnerstag das Misstrauensvotum auf der Agenda. Doch mit dem Schritt der Sozialisten ist es unwahrscheinlicher geworden, dass Lecornu und seine frisch angetretene Regierung von Linkspartei und nationaler Rechte gestürzt werden.
Sportartikelhersteller im Fokus
Unter den Einzelwerten stiegen im Dax Adidas um 1,3 Prozent und Puma sowie Hugo Boss im MDax um 1,1 und 2,8 Prozent. Sie profitierten von überraschend starken Umsatzzahlen des französischen Luxusgüterherstellers LVMH am Vorabend.
ASML beflügelt Chipsektor
Börsen-Schwergewicht ASML aus den Niederlanden verbuchte im dritten Quartal mehr Bestellungen als erwartet und rechnet auch mit einem starken vierten Quartal. Auch wenn sich der Ausrüster der Chip-Industrie für 2026 zurückhaltend gab, reichten die Aussagen aus, um hierzulande Infineon, Aixtron oder Suss Microtec Auftrieb zu geben. Die drei deutschen Aktien stiegen zwischen 0,7 und 1,1 Prozent.
Salzgitter schlägt über Anleihe Aurubis-Aktien los
Der Stahlkonzern Salzgitter hat sich mit einer Wandelanleihe frisches Geld verschafft und stößt einen Teil seiner Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis ab. Die Schuldverschreibungen haben einen Gesamtnennbetrag von 500 Millionen Euro, wie Salzgitter am Mittwoch mitteilte. Sie werden um den 22. Oktober ausgegeben und laufen bis zum Jahr 2032. Anleger sollen die Papiere unter bestimmten Bedingungen in Aurubis-Aktien umtauschen können, die anfänglich etwa 7,6 Prozent des Grundkapitals des Kupferkonzerns entsprechen.
Der Umtauschpreis für eine Aurubis-Aktie betrage 145,80 Euro, hieß es. Der Kupon liegt bei 3,375 Prozent. Bereits am Dienstagabend hatte Salzgitter den Schritt angekündigt. Der Kurs der Aurubis-Aktien fiel im frühen Mittwochhandel auf die Nachrichten hin um 6,9 Prozent auf 107,70 Euro. Salzgitter-Aktien legten hingegen um rund 0,9 Prozent auf 30,96 Euro zu. Nach Einschätzung von Cole Hathorn vom Analysehaus Jefferies ist die Geldspritze über die Begebung einer Wandelanleihe, die die Interessenten in Aurubis-Aktien tauschen könnten, unter dem Strich leicht positiv für den Stahlkonzern.
Salzgitter würde sich eine kostengünstigere Finanzierung für seine Investitionen sichern, ohne kurzfristig seinen Anteil von rund 30 Prozent am Kupferhersteller Aurubis verkaufen zu müssen. Die Salzgitter AG ist mit knapp 30 Prozent größter Aktionär bei Aurubis. An der Börse ist der Kupferkonzern deutlich mehr wert als der Stahlkocher: Insgesamt wird Aurubis dort mit knapp 4,7 Milliarden Euro bewertet. Die Salzgitter AG kommt auf fast 1,7 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. (mit Material von dpa-AFX)



