Dax Tagesrückblick 11.12.2025

Dax bleibt auf Erholungskurs - höchster Stand seit einem Monat

onvista · Uhr
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Quelle: peterschreiber.media/Shutterstock.com

Trotz einer uneinheitlichen Entwicklung an der Wall Street hat der deutsche Leitindex Dax am Donnerstag unbeirrt seinen Erholungskurs fortgesetzt. Im Handelsverlauf schüttelte der Dax anfängliche Verluste ab, baute seine Gewinne stetig aus und schloss so 0,68 Prozent höher bei 24.294 Punkten.

Das ist der höchste Schlusskurs seit genau einem Monat. Zum Anfang Oktober erreichten Rekordhoch bei 24.771 Punkten fehlt aber noch ein gutes Stück. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte um 0,63 Prozent auf 29.920 Punkte vor. Für den Euro Stoxx 50 ging es um 0,8 Prozent nach oben.

Enttäuschende Zahlen beim KI-Profiteur Oracle ließen die Anleger am Frankfurter Aktienparkett unbeeindruckt. Ebensowenig störten nach unten korrigierte Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft. Unterstützung kam durch die Leitzinssenkung in den USA.

Die dortige Notenbank Fed hatte im dritten Schritt in diesem Jahr den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, denn die Sorge um den Arbeitsmarkt ist größer als die über die hartnäckige Inflation. Experten betonten jedoch die Uneinigkeit der Währungshüter. Diese spiegele sich auch in den Zinsprognosen der Notenbanker wider und dürfte die Börsen auch im kommenden Jahr weiter begleiten, erwartet Analyst Leon Ferdinand Bost von Metzler Capital Markets.

SAP-Aktie leiden unter Oracles Zahlen

Oracle hatte nachbörslich wegen seiner Geschäfte mit Produkten für den KI-Einsatz einen kräftigen Umsatzanstieg gemeldet. Das Wachstum im KI-Bereich war aber hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Hierzulande wurde davon die SAP-Aktie in Mitleidenschaft gezogen und büßte 0,6 Prozent ein.

Munich Re stiegen dagegen um 1,8 Prozent. Die Papiere profitierten von weiteren Aussagen des Rückversicherers zur Strategie. Erste Details waren bereits am Mittwochnachmittag bekannt geworden und wurden von Analysten positiv beurteilt. Am Donnerstag bestätigte der Konzern sein Gewinnziel für 2025 und betonte obendrein, seine Gewinne bis Ende des Jahrzehnts auch durch stärkere Einsparungen nach oben treiben zu wollen.

Daimler Truck nahmen mit plus 4,1 Prozent die Spitze im Leitindex ein. Morningstar nahm die Bewertung der Aktie mit "Buy" und einem Kursziel von 44 Euro auf. Laut Analystin Rella Suskin ist eine Trendwende in Europa noch nicht eingepreist und die Aktienentwicklung des Lkw-Herstellers hinke der seiner Wettbewerber hinterher.

Eon am Dax-Ende litten mit minus 3,2 Prozent unter den neuen Regeln der Bundesnetzagentur. Analyst Ahmed Farman von Jefferies sieht zwar Positives für die Finanzierungskosten für bestehende Anlagen von Stromnetzbetreibern, das Ausbleiben größerer Verbesserungen im Vergleich zum Regulierungsentwurf vom Juni sei jedoch enttäuschend. Die Experten von Oddo BHF verwiesen auf ein deutlich anspruchsvolleres Bonussystem.

Symrise und Carl Zeiss auf tiefsten Niveaus seit Jahren

Die Aktien von Symrise rutschten im Sog einer Kurschwäche von Givaudan zeitweise unter 65 Euro auf ein neuerliches Tief seit Anfang 2019. Der Schweizer Konkurrent gab Analysten die letzten Hinweise vor der Bilanzvorlage Ende Januar. Dabei habe das Unternehmen auf schwächere Marktbedingungen für Aromen hingewiesen, hieß es am Markt. Zudem sei die Jahresprognose für den Umsatz nicht explizit bestätigt worden.

Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec meldete Jahreszahlen, die Licht und Schatten enthielten. Nach kräftigen Gewinnen zum Handelsstart ging es zuletzt um über sieben Prozent abwärts auf ein neues Acht-Jahres-Tief.

Die jüngste Erholungsrally von Delivery Hero wurde von einer Verkaufsempfehlung durch die Citigroup ausgebremst. Die Aktien des Essenslieferanten verloren 4,7 Prozent und gaben damit einen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Vom Jahrestief Mitte November waren sie zuletzt um 45 Prozent nach oben gerannt.

Euro und Gold klar im Aufwind

Der Euro knüpfte an seine Vortagesgewinne an. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg am Nachmittag bis auf 1,1759 US-Dollar. Dies ist der höchste Stand seit Anfang Oktober. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1714 (Mittwoch: 1,1634) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8536 (0,8595) Euro.

Belastet wurde der Dollar durch enttäuschend ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der vergangenen Woche viel stärker gestiegen als erwartet. Es war der kräftigste Anstieg seit März 2020, also zu Beginn der Corona-Pandemie. Allerdings war das Niveau in der Vorwoche auf dem niedrigsten Stand seit über drei Jahren.

Von der Dollar-Schwäche profitierte auch der Goldpreis. Zuletzt verteuerte sich eine Feinunze (31,1 Gramm) um 0,6 Prozent auf 4.257 US-Dollar. Allerdings rangiert der Preis damit weiter in der Nähe der 4.200 Dollar, die sich in den letzten Wochen als Dreh- und Angelpunkt für den Kurs etablierte. In Euro gerechnet ging es mit plus 0,14 Prozent deutlich weniger stark nach oben.

(mit Material von dpa-AFX)

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