Deutsche Wirtschaft.

Börsianer mit mehr Konjunkturoptimismus - "Gute Chancen für Belebung"

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Börsenprofis blicken am Jahresende überraschend positiv auf die deutsche Wirtschaft.

Das Barometer für die Konjunkturaussichten in den kommenden sechs Monaten stieg im Dezember um 7,3 Punkte auf 45,8 Zähler. Das sei der beste Wert seit Juli, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 177 Investoren und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten in einer Reuters-Umfrage nur mit einem kleinen Anstieg auf 38,7 Punkte gerechnet.

"Nach drei Jahren wirtschaftlicher Stagnation spiegelt das Stimmungsbild gute Chancen für eine Konjunkturbelebung wider", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach und fügte mit Blick auf die geplanten Milliardenausgaben für Infrastruktur und Ausrüstung hinzu: "Die expansive Fiskalpolitik wird der deutschen Wirtschaft neuen Schwung verleihen." Die Erholung bleibe jedoch fragil. Der Umgang mit Handelskonflikten, geopolitischen Spannungen sowie ausbleibenden Investitionen dürfte auch im kommenden Jahr auf der Reformagenda bleiben.

Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechterte sich allerdings im Dezember. Dieses Barometer sank um 2,3 Punkte auf minus 81,0 Zähler. Hier hatten Ökonomen nur mit einem Rückgang auf 80,0 Punkte gerechnet. Die deutsche Wirtschaft hat auch einer anderen Umfrage zufolge am Jahresende überraschend an Schwung verloren.

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel im Dezember um 0,9 auf 51,5 Punkte. Das sei der tiefste Stand seit vier Monaten, teilte der Finanzdienstleister S&P Global zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mit. Damit blieb das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer zwar über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings mit einem stabilen Wert gerechnet.

"Verheißt nichts Gutes für den Jahresstart"

Besonders in der Industrie läuft es aktuell schlechter. Deren Barometer fiel um 0,5 auf 47,7 Zähler und damit auf den schlechtesten Wert seit zehn Monaten. Zudem schrumpft die Produktion erstmals seit einem knappen Jahr wieder. "Letzteres kommt nicht überraschend, denn die Auftragseingänge waren bereits im November eingebrochen", sagte Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank, die die Umfrage sponsert.

"Diese Entwicklung hat sich jetzt fortgesetzt, was nichts Gutes für den Jahresstart verheißt." Auch bei den Dienstleistern lief es zum Jahresausklang schlechter. Hier sank das Barometer um 0,5 auf 52,6 Punkte. Es signalisiert aber noch ein robustes Wachstum. "Damit stabilisiert der Dienstleistungssektor die Gesamtwirtschaft", sagte de la Rubia. Das dürfte maßgeblich dazu beitragen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal wachsen dürfte.

Für 2026 rechnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner neuen Konjunkturprognose mit einem Wachstum des BIP von 1,0 Prozent. Im zu Ende gehenden Jahr soll es nur zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen. "Nach drei schwierigen Jahren dürfte die deutsche Wirtschaft mit dem Jahreswechsel endlich die langersehnte Konjunkturwende erreichen", sagte BVR-Chefvolkswirt Andreas Bley. "Befördert durch die fiskalpolitischen Impulse der Bundesregierung zeichnet sich eine Überwindung der hartnäckigen Schwächephase ab."

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