Börsen vor Feiertagen kaum bewegt - Gold steigt weiter

Reuters · Uhr
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Frankfurt, 23. Dez (Reuters) - Am letzten Handelstag vor Weihnachten kommen die europäischen Börsen nicht in Schwung.

Der Dax notierte am Dienstagmittag leicht höher bei 24.298 Punkten. "Der Dax ist auf den letzten Metern - bis zum Rekordhoch sind es weniger als zwei Prozent", kommentierte Jochen Stanzl, Chefanalyst ⁠bei der Consorsbank. "Aber auch ohne ‍Fotofinish wird der Dax 2025 wohl das dritte Jahr in Folge um rund ein Fünftel im Wert zulegen. Anleger blicken wegen der Aussicht auf ein besseres konjunkturelles Umfeld zuversichtlich auf 2026." Der Experte mahnte jedoch zur Vorsicht: ‌Der 50. Rekord der "Antikrisen-Währung" Gold in diesem Jahr sei eine Warnung an die Börsianer, es mit dem Optimismus nicht zu übertreiben.

Der EuroStoxx50 gab 0,2 Prozent auf 5733 Zähler nach. ‍Die Futures für die wichtigsten US-Indizes traten unterdessen mehr oder weniger auf der Stelle. "Viele haben ihre Bücher für dieses Jahr bereits geschlossen", resümierte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

WEIHNACHTSRALLY AM EDELMETALLMARKT GEHT WEITER

Die Weihnachtsrally am Edelmetallmarkt ging indes weiter. "Die Erwartung einer lockereren Geldpolitik der US-Notenbank, das schwindende Vertrauen in den Greenback, geopolitische Spannungen, Käufe der Zentralbanken - die Nachfrage nach Gold bleibt angesichts dieser Gemengelage enorm", sagte Carlo Alberto De Casa, Analyst bei der Bankengruppe Swissquote. Das als "Antikrisen-Währung" geltende gelbe Metall verteuerte sich um ‍bis zu 1,2 Prozent auf 4498 Dollar je Feinunze und erreichte damit ⁠ein frisches Allzeithoch. Auch Silber war mit 69,98 Dollar je Feinunze zeitweise so teuer wie nie. Platin und Palladium legten um jeweils rund zwei Prozent zu.

Die Anleger warten nun auf wichtige Konjunkturdaten aus den USA. Auf der Agenda stehen Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal, zur ‍Industrieproduktion im November sowie zum Verbrauchervertrauen im Dezember. Zudem werden Daten zu den Aufträgen für langlebige Wirtschaftsgüter im Oktober veröffentlicht, die als wichtiger Indikator für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gelten.

In Deutschland fielen die ⁠deutschen Importpreise im November wegen billigerer Energie so stark wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen hingegen im Sommerquartal zum vierten Mal in Folge. "Der erneute Preisanstieg ist ein Stück weit Normalisierung nach den Preisrückgängen 2023/24", sagte der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger. "Er spiegelt den Mangel an Wohnraum, ‍der durch die Zuwanderung verschärft worden ist." Zugleich zeichnet sich trotz ‌der anhaltenden Konjunkturflaute für das zu Ende gehende Jahr ein deutlicher Anstieg der Steuereinnahmen von Bund und Ländern ab.

ZULASSUNG FÜR ABNEHMPILLE BEFLÜGELT NOVO NORDISK

Im Rampenlicht bei den Einzelaktien stand Novo Nordisk mit einem Kurssprung von gut acht Prozent. Der dänische Pharmakonzern hatte in den USA die Zulassung für eine neue, wirksame Pille zur Gewichtsreduktion erhalten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA gab am Montag grünes Licht für das Medikament. Damit verschafft sich das Unternehmen einen wichtigen Vorteil im Wettlauf mit dem US-Konkurrenten Eli Lilly, der zuletzt mit einem eigenen Präparat auf dem wichtigen US-Markt an Novo Nordisk vorbeigezogen war. Die Aktie von Novo Nordisk legte nach der Ankündigung um acht Prozent zu.

Bei den deutschen Einzelwerten gab es nur wenige größere Ausschläge. Zu den Gewinnern gehörten Bayer, Zalando und RWE, die um ⁠jeweils knapp ein Prozent zulegten. Auf der Verliererseite standen Volkswagen, Daimler Truck, Porsche SE und Continental mit Verlusten von 0,6 bis knapp ein Prozent.

(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‍und Märkte).)