Dax gibt Gewinne nach neuer Bestmarke ab - Rüstungstitel stark

Der Dax hat am Donnerstag frühe Gewinne nicht gehalten. Nach einem neuen Rekordhoch bei 25.517 Punkten drehte der Index im Handelsverlauf ins Minus und beendete den Handel letztlich kaum verändert mit einem Plus von 0,02 Prozent auf 25.127 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte ebenfalls nur leicht um 0,06 Prozent auf 32.083 Punkte vor. Für den Euro Stoxx 50 als Leitindex des Euroraums ging es um 0,3 Prozent nach unten.
Mit Blick auf die Rekorde zu Beginn des Börsenjahres 2026 schrieben die Autoren von Börsenbrief Fuchs-Kapital: So gut gelaunt und geradlinig nach oben werde es im ersten Quartal nicht weitergehen. Auch wenn das Gesamtumfeld gut bleibe und die Börsen eine gute Perspektive für 2026 hätten, sollten Anleger im ersten Quartal Vorsicht walten lassen.
Überraschend starke Daten aus der heimischen Konjunktur hatten keinen Einfluss auf die Kurse. So scheint sich der Aufwärtstrend für die deutsche Industrie zu bestätigen. "Die Talsohle dürfte durchschritten sein", kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research den Anstieg der Aufträge hierzulande um 5,6 Prozent im Vormonatsvergleich. "Endlich einmal wieder gute Nachrichten für die Industrie."
Unterstützung von der Wall Street gab es ebenfalls nicht. Dort fanden die Kurse keine einheitliche Richtung. Wieder einmal hatte Donald Trump verunsichert, und auch an diesem Tag bleibt die Politik des US-Präsidenten im Blick, der übt nach dem Militäreinsatz in Venezuela nun Druck auf die Rüstungsindustrie ausübt.
Das Militärbudget für 2027 soll in den USA deutlich auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen. Für das Haushaltsjahr 2026 sind rund 900 Milliarden Dollar vorgesehen. Dabei spricht Trump von einem "Traum-Militär", das aufgebaut werden solle. US-Rüstungsunternehmen sollen ihm zufolge dafür allerdings bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in den Ausbau ihrer Kapazitäten stecken.
Rüstungswerte nach Trump-Aussagen stärker
Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Renk oder TKMS mit Kursgewinnen von bis zu 5,7 Prozent. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies sieht auch europäische Unternehmen von einer Erhöhung des US-Militärbudgets profitieren, allerdings vor allem solche, die große Anteile ihrer Umsätze in den USA generieren.
Bayer gewannen 2,7 Prozent. Ein Bericht zur Agrarpolitik der Europäischen Union stützte. Die "Financial Times" schrieb, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes glaube, da sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern. Bayer sehe damit auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto als gerechtfertigt an, hieß es.
Für Rational ging es im MDax um 2,2 Prozent nach oben, nachdem die Privatbank Berenberg eine Kaufempfehlung für den Profiküchen-Ausrüster ausgegeben hat. Der Profiküchen-Ausrüster sei ein "exzellentes Unternehmen" und ausgezeichnet positioniert, um mittelfristig deutlich zu wachsen.
PVA Tepla wurde zugleich von einer Empfehlung durch das Bankhaus Metzler um 2,4 Prozent angetrieben. Analyst Veysel Taze sieht das Tech-Unternehmen in einem Wandel, weg von einem spezialisierten Ausrüstungsanbieter zu einem Lösungsanbieter innerhalb der Halbleiter-Kernbranche, und begrüßt dies.
Gold etwas schwächer
Der Kurs des Euro veränderte sich kaum. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1667 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1675 (Mittwoch: 1,1684) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8565 (0,8558) Euro. Überraschend starke Konjunkturdaten aus Deutschland konnten dem Euro keinen Auftrieb verleihen.
Gold gab auf hohem Niveau etwas nach. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) verlor 0,3 Prozent auf 4.450 US-Dollar. In Euro gerechnet fiel der Verlust mit minus 0,13 Prozent schwächer aus. Zugleich rangiert der Goldpreis weiter auf einem hohen Niveau. Zum Jahresende knackte er die Marke von 4.400 Dollar, die sich im Oktober als Widerstand etabliert hatte, und zog zeitweise bis auf 4.550 Dollar an.
(mit Material von dpa-AFX)




