Berlin, 05. Jan (Reuters) - Nur jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland nutzt Künstliche Intelligenz (KI) regelmäßig am Arbeitsplatz.
Rund 64 Prozent hätten KI bereits eingesetzt, die meisten verwendeten sie jedoch nur gelegentlich, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag zu einer gemeinsamen Studie mit anderen Forschungseinrichtungen mit. "Zudem wurde die KI-Hauptanwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden auch vom Unternehmen eingeführt – zwei Drittel nutzen KI demnach also eigeninitiativ", sagte Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard Ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft.
Die individuelle Nutzung konzentriert sich laut Studie stark auf leicht zugängliche Text-Tools wie etwa ChatGPT oder Übersetzungsprogramme, die einfach verfügbar sind und geringe Einstiegskosten haben. Diese werden von über 80 Prozent der KI-Nutzenden verwendet. Die formell arbeitgebergesteuerte Nutzung von KI-Tools konzentriert sich zudem auch auf komplexere oder kostspieligere Anwendungen wie diagnostische Tools, Sprach- oder Bildverarbeitung. "Die Beschäftigten berichten jedoch auch, dass die betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, mehr KI-basierter Supervision und höheren Produktivitätsgewinnen einhergeht", erklärte Schlenker.
Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen der zweiten Befragung zur Verbreitung und Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (DiWaBe 2.0) von 2024. Beteiligt an der Analyse waren neben dem Ifo das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Umfrage umfasst demnach rund 9800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.
(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



