
Nach dem Vortagessprung über die Marke von 25.000 Punkten hat der Dax seinen Rekordlauf am Donnerstag mit starken deutschen Industriedaten im Rücken fortgesetzt. So war der Auftragseingang für die deutsche Industrie im Monat November überraschend hoch ausgefallen. Dadurch rückten eher triste Vorgaben der Übersee-Börsen in den Hintergrund. Der deutsche Leitindex gewann im frühen Handel zuletzt 0,2 Prozent hinzu auf 25.180 Zähler.
Starke Konjunkturdaten
In Deutschland stiegen die Auftragseingänge für das verarbeitende Gewerbe um deutliche 5,6 Prozent im Vergleich zum Oktober, wobei es bereits in den zwei Monaten zuvor deutliche Zuwächse bei den Neubestellungen gegeben hatte. "Der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Monate scheint sich zu bestätigen. Die Talsohle dürfte durchschritten sein", freute sich denn auch Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research über die "endlich einmal wieder guten Nachrichten für die Industrie".
An den New Yorker Börsen indes waren am Vorabend nach anfänglichen Rekorden von Dow Jones Industrial und S&P 500 die Indizes unter Druck geraten. Und wieder einmal waren es Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, die verunsicherten.So kündigte Trump etwa an, dass große Finanzinvestoren zukünftig keine Einfamilienhäuser mehr kaufen dürfen sollten. Zudem fordert er einen drastischen Anstieg der US-Verteidigungsausgaben für 2027 und setzte wegen der ihm zufolge zu langsamen Aufrüstung damit die US-Rüstungsunternehmen unter Druck. Sie sollen bis auf Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die Gelder stattdessen in ihre Kapazitäten zu stecken, wenn es nach Trump geht.
Rüstungstitel gefragt
Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen Rheinmetall, Hensoldt, Renk und TKMS mit Kursgewinnen zwischen einem und 3,3 Prozent. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies präzisierte, dass Trump 2027 somit eine 50-prozentige Erhöhung des für 2026 vorgesehenen US-Militärbudgets plane. Davon dürften ihr zufolge auch europäische Unternehmen profitieren.
Henkel gaben leicht um 0,1 Prozent nach. Unter Berufung auf ungenannte Insider habe der Konsumgüterhersteller ein Übernahmeangebot für den Shampoo-Hersteller Olaplex abgegeben, berichtete Bloomberg am Vorabend zur US-Börsenzeit. Die Unternehmen kommentierten die Gerüchte unterdessen nicht. Die Olaplex-Aktie war im US-Handel allerdings um rund 22 Prozent hochgesprungen, hat seit dem Börsengang im Jahr 2021 aber auch mehr als 90 Prozent verloren. "Es gibt also sowohl für Optimisten als auch für Pessimisten interessante Entwicklungen", kommentierte ein Marktexperte, der die Olaplex-Aktie auch aktuell nicht für billig hält. Allerdings sei Olaplex profitabel und aus seiner Sicht ein passender Zukauf.
Rational profitiert von Empfehlung
Für Rational ging es um 4,3 Prozent nach oben, nachdem die Privatbank Berenberg eine Kaufempfehlung für den Profiküchen-Ausrüster ausgegeben hat. PVA Tepla wurde indes von einer Empfehlung durch das. Bankhaus Metzler angetrieben. (mit Material von dpa-AFX)


