ROUNDUP: Rohstoffriesen Glencore und Rio Tinto sprechen wieder über Fusion

dpa-AFX · Uhr
Artikel teilen:

LONDON (dpa-AFX) - Die Bergbaukonzerne Glencore und Rio Tinto haben ihre vor rund einem Jahr beendeten Fusionsgespräche angesichts der weltweiten Rohstoffknappheit wiederbelebt. Glencore sprach am Donnerstagabend von vorläufigen Gesprächen mit dem Rivalen und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times" ("FT"). Ein Deal könnte den weltgrößten Rohstoffkonzern mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von mehr als 260 Milliarden US-Dollar schaffen. Die Aktien von Glencore zogen nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate deutlich um mehr als 7 Prozent an, Rio Tinto gewannen ein Prozent.

Weltweit bewegen sich viele Rohstoffpreise, insbesondere diejenigen von Metallen wie Gold, Silber und dem Industriemetall Kupfer, auf Rekordniveau. Vor allem die Jagd auf Kupfer krempelt derzeit die Branche um. In dieser Woche stieg der Kupferpreis bei über 13.300 US-Dollar je Tonne auf ein Rekordhoch. Laut Analysten droht in den kommenden Jahren bis 2040 eine spürbare Knappheit bei dem Metall.

Laut Glencore geht es bei den Gesprächen um einen möglichen Zusammenschluss einiger oder aller Geschäftsteile. Dabei werde auch über eine Fusion über einen reinen Aktientausch gesprochen. Gewissheit über eine Einigung oder Details eines Zusammenschlusses gebe es nicht, hieß es weiter. Der Konzern wolle sich beizeiten weiter äußern. Rio Tinto wollte sich zunächst nicht dazu äußern.

Beide Firmen hätten die Erwartung, dass bei einer Fusion Rio Tinto das Schweizer Unternehmen Glencore kaufen würde, hieß es. Rio Tinto habe nun gemäß den britischen Übernahmeregeln Zeit bis zum 5. Februar, um 17 Uhr, die Absicht für ein Kaufangebot bekannt zu geben, oder anzukündigen, dass Rio Tinto kein Interesse habe.

Laut Beobachtern stieg zuletzt der Druck in der Branche, über Zusammenschlüsse Größenvorteile zu suchen. Rivale Anglo American übernahm im Herbst den Konzern Teck Resources. Zwischenzeitlich hatte zudem Konkurrent BHP Interesse an einer Übernahme von Anglo gezeigt, war damit aber wiederholt abgeblitzt./men/AWP/nas

Das könnte dich auch interessieren

Brent und WTI nahe der 90-Dollar-Marke
Ölpreise geraten nach Iran-Feuerpause immer weiter unter Druckgestern, 13:48 Uhr · dpa-AFX
Ölspeicher sind zu sehen.
Öl- und Gaskonzern
Shell spürt Auswirkungen des Iran-Kriegs im Gas-Geschäftgestern, 08:53 Uhr · dpa-AFX
Shell spürt Auswirkungen des Iran-Kriegs im Gas-Geschäft
Fördergeschäft
Hohe Ölpreise treiben Chevron-Gewinnheute, 13:14 Uhr · Reuters
Hohe Ölpreise treiben Chevron-Gewinn
Iran-Krieg
Feuerpause im Iran-Krieg belastet Ölwertegestern, 09:07 Uhr · dpa-AFX
Ölbohrtürme auf einer Wiese.
Premium-Beiträge
Chartzeit Eilmeldung
Investment-Chance: Wenn der Markt einen Weltmarktführer übersiehtgestern, 14:58 Uhr · onvista
So reagieren die Märkte
Fünf Grafiken zum Waffenstillstand im Iran-Krieggestern, 12:15 Uhr · onvista
Inflation, Aktien, Anleihen
Was J.P. Morgan für den Rest des Börsenjahrs erwartet07. Apr. · onvista