Ericsson plant milliardenschweren Aktienrückkauf nach starken Zahlen

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson plant nach einem überraschend guten Schlussquartal erstmals in seiner Geschichte einen milliardenschweren Aktienrückkauf.
Der Konzern kündigte am Freitag an, Aktien im Volumen von 15 Milliarden Kronen (umgerechnet 1,4 Milliarden Euro) zurückzukaufen. Das Programm solle nach der Veröffentlichung des Berichts für das erste Quartal starten und bis 2027 laufen. Zudem solle die Dividende auf drei Kronen je Aktie von 2,85 Kronen im Vorjahr angehoben werden. An der Börse in Stockholm schossen die Ericsson-Aktien um mehr als acht Prozent in die Höhe.
Rückenwind erhält Ericsson, der neben Nokia zu den führenden westlichen Netzwerkausrüstern zählt, von der Geschäftsentwicklung im vierten Quartal. So erreichte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Restrukturierungskosten 12,26 Milliarden Kronen (rund 1,15 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Ergebnis von 10,09 Milliarden Kronen gerechnet. Der Nettoumsatz lag mit 69,3 Milliarden Kronen ebenfalls über den Analysten-Schätzung von 66,6 Milliarden Kronen. Der Konzern profitierte dabei von Kostensenkungen und dem Verkauf seiner US-Tochter Iconectiv.
Ericsson stemmt sich mit einem tiefgreifenden Umbau inklusive Stellenabbau gegen die zögerlichen Investitionen der Telekombranche in den 5G-Mobilfunk. In Zukunft könnte sich die Lage für die Netzwerkausrüster in Europa aber verbessern. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, in kritischen Sektoren schrittweise auf Ausrüstung von als risikoreich eingestuften Anbietern zu verzichten.
Ericsson-Finanzchef Lars Sandström sagte der Nachrichtenagentur Reuters, noch sei es etwas zu früh, um sagen zu können, wie stark die EU-Vorschläge den Marktanteil verändern werden, da solche Initiativen in der Regel Zeit bräuchten. "Sollte dies umgesetzt werden, sind wir natürlich bereit, diese Chance zu ergreifen."




