Britische Großbank

NatWest baut mit Milliarden-Zukauf Vermögensverwaltung aus

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Niphon Subsri/Shutterstock.com

Die britische Großbank NatWest übernimmt den Vermögensverwalter Evelyn Partners von den Finanzinvestoren Permira und Warburg Pincus.

Die Transaktion hat einen Wert von 2,7 ⁠Milliarden Pfund inklusive ‍Schulden und ist für NatWest der größte Zukauf seit der staatlichen Rettung in der Finanzkrise 2008, wie die Bank am Montag ‌mitteilte. Mit der Übernahme kann NatWest ihr Vermögensverwaltungsgeschäft mehr als verdoppeln, von zuletzt 56 Milliarden Pfund auf ‍ein verwaltetes Vermögen von 127 Milliarden Pfund.

NatWest rechnet mit jährlichen Kosteneinsparungen von rund 100 Millionen Pfund und kündigte zudem einen Aktienrückkauf im Volumen von 750 Millionen Pfund an. Die Transaktion werde aus vorhandenen Mitteln finanziert und dürfte die Kernkapitalquote von NatWest um etwa 130 Basispunkte senken, teilte die ‍Bank mit. Permira und Warburg Pincus zufolge ⁠soll die Transaktion im Sommer abgeschlossen werden.

Anleger reagierten skeptisch. Die NatWest-Aktie fiel um 4,5 Prozent. Die Analysten von Jefferies erklärten, die Übernahme sei strategisch sinnvoll, aber die ‍hohe Bewertung könne den Gewinn je Aktie bis 2028 im Vergleich zu einem Szenario ohne den Zukauf um ⁠zwei Prozent schmälern.

NatWest folgt mit dem Schritt Rivalen wie HSBC und Lloyds, die ebenfalls ihre Vermögensverwaltung ausgebaut haben. Britische Banken verlegen sich zunehmend auf das gebührenbasierte Geschäft, um einen erwarteten Rückgang der Zinserträge ‍bei sinkenden Leitzinsen auszugleichen. Für NatWest ‌bedeutet der Zukauf zudem eine Erweiterung der bisherigen Strategie, die sich bisher auf das heimische Privat- und Firmenkundengeschäft konzentrierte. Damit wendet sich die Bank, die früher als Royal Bank of Scotland (RBS) bekannt war, weiter von ihrer Vergangenheit ab.

Permira und Warburg Pincus hatten den Verkauf von Evelyn Partners im vergangenen Jahr eingeleitet. Reuters hatte berichtet, dass auch Barclays, Lloyds und die Royal Bank of Canada interessiert waren.

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