Tesla zeigt IG-Metall-Vertreter an - Gewerkschaft spricht von Schmutzkampagne

Reuters · Uhr
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Berlin, 10. ⁠Feb (Reuters) - Der Streit zwischen dem US-Elektroautobauer Tesla und der Gewerkschaft IG Metall spitzt sich wenige Wochen vor den Betriebsratswahlen zu. Das Unternehmen wirft einem externen Gewerkschaftsvertreter vor, am Dienstag heimlich eine Betriebsratssitzung aufgezeichnet ‌zu haben, und stellte Strafanzeige, wie aus einer Reuters vorliegenden internen Mitteilung an die Mitarbeiter hervorgeht. Die Gewerkschaft spricht von einer "Schmutzkampagne". "Diese ⁠Behauptung ist ⁠eine ebenso dreiste wie kalkulierte Lüge", erklärte die Gruppe "IG Metall - Tesla Workers GFBB" im Tesla-Betriebsrat.

Tesla-Werksleiter Andre Thierig schrieb, der Gewerkschaftsvertreter sei von einem "aufmerksamen Betriebsratsmitglied" bei der Aufnahme erwischt worden. Die Polizei habe den Computer beschlagnahmt und Zeugenaussagen aufgenommen. Die IG Metall erklärte ‌dazu, ein Betriebsrat der Arbeitgeberfraktion habe plötzlich ‌behauptet, dass der Gewerkschaftssekretär die Sitzung aufzeichne. "Der Rest erschien uns wie ein abgekartetes Spiel: Die Betriebsratsvorsitzende gab dem Kollegen keine Möglichkeit, die Vorwürfe ⁠zu entkräften." Stattdessen sei die Sitzung unterbrochen und Werkschutz sowie Polizei ‌seien gerufen worden. Die IG ⁠Metall ist zwar im Tesla-Betriebsrat vertreten, stellt dort aber nicht die Mehrheit.

Jan Otto, Leiter des IG Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen sagte, die Gewerkschaft sei harte Wahlkämpfe gewöhnt. "Aber hier ist jedes Maß ‌und offenbar auch jedes demokratische ⁠Bewusstsein verloren gegangen", sagte er. Das ⁠Management könne mit fairen Mitteln nicht gewinnen und greife jetzt zu solchen Methoden. "Mit fingierten Vorwürfen Wahlen zu beeinflussen, erinnert uns an das Vorgehen autoritärer Regime." Dass die Polizei genötigt werde zu ermitteln sei absurd. "Wir sind bereits dabei, rechtlich gegen die Verantwortlichen für diese Schmutzkampagne vorzugehen."

Anfang März wird bei Tesla ein neuer Betriebsrat gewählt, bei dem die IG Metall mit ihrer Liste ⁠antritt und auf eine Mehrheit hofft.

(Bericht von Christina Amann. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com)

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