Frankreich rügt EU-Kommission wegen Teilnahme an Trumps Friedensrat

Reuters · Uhr
Artikel teilen:

Paris/Washington, 19. ⁠Feb (Reuters) - Frankreich hat mit Unverständnis auf die Entsendung eines Vertreters der EU-Kommission zu der Sitzung des umstrittenen Friedensrats ("Board of Peace") in Washington reagiert.

Das Außenministerium in Paris erklärte am Donnerstag, die Brüsseler ‌Behörde habe keinen Auftrag der Mitgliedstaaten für diesen Schritt. "Was die Europäische Kommission und ihre Teilnahme betrifft, so sind wir ⁠in der ⁠Tat überrascht, da sie kein Mandat des Rates hat, um dort teilzunehmen", sagte Sprecher Pascal Confavreux vor Journalisten. Die Kommission vertrete in diesem Fall nicht die Position der EU-Mitgliedstaaten.

Die Regierung in Paris forderte eine Rückbesinnung des Gremiums auf ‌seinen ursprünglichen Zweck. Der Friedensrat müsse ‌sich im Einklang mit einer Resolution des UN-Sicherheitsrates wieder auf den Gazastreifen konzentrieren, sagte der Sprecher weiter. Solange diese Unklarheit über ⁠die Ausrichtung nicht beseitigt sei, werde Frankreich nicht an den ‌Sitzungen teilnehmen. Für die EU-Kommission ⁠sollte die für das Mittelmeer zuständige Kommissarin Dubravka Suica an der Sitzung teilnehmen.

Das von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene Gremium tagt am Donnerstag in Washington zum ‌ersten Mal. Ursprünglich zur ⁠Befriedung des Gaza-Krieges und zur ⁠Verwaltung des Wiederaufbaus gedacht, soll es nach dem Willen Trumps nun weltweit Konflikte lösen. Wichtige europäische Staaten wie Frankreich und Deutschland hatten eine Vollmitgliedschaft abgelehnt, da sie eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen und eine Verwässerung des ursprünglichen Mandats befürchten. Deutschland will sich aber am Wiederaufbau des Gazastreifens beteiligen und sollte bei der Sitzung des Rates ⁠auf Beamtenebene vertreten sein.

(Bericht von John Irish; Bearbeitet von Alexander Ratz; Redigiert von Philipp Krach; Bei Rückfragen wenden Sie sich an ‌berlin.newsroom@tr.com)

Das könnte dich auch interessieren

Kolumne von Alexander Mayer
Irans Zoll-Pläne: Wird Bitcoin noch zum großen Gewinner des Nahost-Konflikts?gestern, 09:30 Uhr · decentralist.de
Bitcoin-Münzen fliegen durch die Luft.
Miserables erstes Quartal
Sind Software-Aktien jetzt günstig genug, um einzusteigen?10. Apr. · onvista
Der Eingang der Nasdaq in New York.
Drei Fragen an Bernecker 10.04.2026
Ist der Iran-Konflikt noch ein Faktor? Was ist mit UMG?10. Apr. · onvista
Ist der Iran-Konflikt noch ein Faktor? Was ist mit UMG?
Premium-Beiträge
Miserables erstes Quartal
Sind Software-Aktien jetzt günstig genug, um einzusteigen?10. Apr. · onvista
So reagieren die Märkte
Fünf Grafiken zum Waffenstillstand im Iran-Krieg08. Apr. · onvista