
Der Dax ist am Mittwoch vor den wichtigen Nvidia-Zahlen erneut über die 25.000-Punkte-Hürde gestiegen. In der ersten Handelsstunde zog der Index um 0,21 Prozent an und stieg auf 25.037 Punkte. Am Dienstag hatte er kaum verändert knapp unter der runden Marke geschlossen.
In seiner Rede zur Lage der Nation sei der US-Präsident ohne neue Zolldrohungen ausgekommen, nachdem ihm das jüngste Urteil des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner politischen Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei diesem Thema "inzwischen ein dickes Fell zugelegt". Wichtigere Themen seien die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des auf KI-Chips spezialisierten Tech-Riesen Nvidia sowie generell die Bewertungen von KI-Aktien. Die diesbezüglichen Signale aus den USA sind positiv. Am Dienstag hatten die New Yorker Börsen dank positiver Signale von Unternehmen mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) Kursgewinne erzielt.
Bei den Einzelwerten im Dax gab es kaum größere Ausschläge - nach der ersten Handelsstunde war Siemens Energy mit einem Plus von zwei Prozent stärkster Wert, Beiersdorf gab zwei Prozent nach und zierte damit das Tabellenende im deutschen Leitindex.
Eon nach Zahlen mit leichten Gewinnmitnahmen
Die gut gelaufenen Eon-Aktien haben am Mittwoch nach der Zahlenvorlage von ihren jüngsten Kursgewinnen etwas abgeben. Im frühen Handel ging es für die Titel des Energiekonzerns um 1,2 Prozent auf 18,52 Euro nach unten. Mit 19,03 Euro hatten sie am Dienstag zeitweise den höchsten Stand seit 2012 erreicht. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Kursplus schon auf fast 15 Prozent - etwas weniger als beim ebenfalls im Dax-notierten Energiekonzern RWE.
Die 2026 insgesamt schon gut gelaufene europäische Branche gilt als defensiv, ist also weniger anfällig als zyklische Branchen für wirtschaftliche Schwankungen. Zudem profitiert sie vom massiv steigenden Energiebedarf durch das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Das zeigen die umfangreichen Investitionen etwa von sogenannten Hyperscalern wie den US-Techriesen Microsoft, Amazon und Meta in den Bau oder die Erweiterung von Rechenzentren.
Eon konnte 2025 dank milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau des Energienetzes das bereinigte operative Ergebnis steigern und plant bis 2030 weitere Investitionen von 48 Milliarden Euro. Ein Börsianer attestierte den Essenern insgesamt solide Zahlen, die über den Erwartungen lägen. Der etwas durchwachsene und insgesamt konservative Ausblick könnte allerdings zu Gewinnmitnahmen führen. Der Fokus liege auf den geplanten Investitionen sowie dem regulatorischen Umfeld.
Auto1 enttäuscht mit Gewinnplänen - Aktie sackt weiter ab
Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 will im neuen Jahr seine Wachstumssträhne fortsetzen und den operativen Gewinn deutlich steigern. Unternehmenschef Christian Bertermann schielt beim Wachstum nun auf den Verkauf von bis zu einer Million Fahrzeuge, auch das lukrative Privatkundengeschäft (Autohero, wirkaufendeinauto.de) soll dazu spürbar beitragen. Die zuletzt schon schlecht gelaufene Aktie fiel aber erneut deutlich, weil sich die Berliner laut Experten beim Ausblick in puncto Gewinn zurückhaltender zeigten als gedacht.
Das im MDax notierte Papier verlor am Mittwochvormittag fast acht Prozent auf 17,90 Euro und markierte ein Tief seit April 2025. In den vergangenen Wochen war es schon deutlich nach unten gegangen, noch Ende Januar war die Aktie um die 30 Euro wert. Grund für den Kursrutsch waren laut Experten auch da schon Sorgen um mögliche Wachstumsambitionen, die ins Geld gehen könnten.
Dieses Jahr soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) auch dank des geplant weiter steigenden Absatzes auf 250 bis 275 Millionen Euro zulegen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Berliner steigerten im vergangenen Jahr das operative Ergebnis um rund vier Fünftel auf 197,5 Millionen Euro und schnitten damit wie von Analysten erwartet ab. Für das neue Jahr lagen die Expertenschätzungen allerdings im Mittel bereits nah am oberen Ende der jetzt ausgegebenen Zielspanne. (mit Material von dpa-AFX)

