Nahost-Krieg bringt Ölmarkt unter Druck

Irans Militär warnt vor Ölpreis von bis zu 200 Dollar

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: William Potter/Shutterstock.com

Das iranische Militär demonstriert trotz massiver Angriffe der USA und Israels seine eigene Schlagkraft mit Raketenangriffen und droht mit erheblichen Auswirkungen des Krieges auf den Ölpreis. "Machen Sie sich auf einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel gefasst", sagte der Sprecher des Militärkommandos, Ebrahim Solfaghari, am Mittwoch an die USA gerichtet. "Denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die Sie destabilisiert haben."

Zwischen dem Iran und dem Oman liegt die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Routen für Handelsschiffe und vor allem ‌Öltanker. Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge praktisch zum Erliegen gekommen, wodurch der Ölpreis steigt. Als Reaktion darauf wurde erwartet, dass die Internationale Energieagentur (IEA) die Freigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven empfiehlt. Dies wäre eine Rekordmenge.

Im Persischen Golf wurden drei weitere Handelsschiffe von Projektilen unbekannter ⁠Herkunft getroffen. Der Iran feuerte ⁠Raketen auf Israel sowie auf eine US-Basis im Nordirak und das Hauptquartier der US-Marine in Bahrain, wo Explosionen zu hören waren. In Dubai wurden vier Menschen durch zwei in der Nähe des Flughafens abgestürzte Drohnen verletzt.

Der Iran drohte zudem mit Angriffen auf Wirtschafts- und Finanzziele in der Region, die in Verbindung zu den USA und Israel stehen. Dies sei eine Reaktion auf einen Angriff auf eine iranische Bank, sagte ein Sprecher des Militärkommandos Chatam al-Anbija. "Nach ihrer gescheiterten Kampagne haben die terroristische US-Armee und das grausame zionistische Regime eine der Banken des Landes ins Visier genommen", zitierten Staatsmedien den Sprecher. "Mit dieser unrechtmäßigen und ungewöhnlichen Aktion zwingt uns der Feind dazu, wirtschaftliche Zentren ‌und Banken anzugreifen, die mit den USA und dem zionistischen Regime in der Region verbunden sind." ‌Als zionistisches Regime bezeichnet der Iran gewöhnlich Israel.

Unsicherheit über Kriegsende

Trotz des seit dem 28. Februar anhaltenden Krieges, als Israel und die USA mit ihren Angriffen auf den Iran begannen, hatten sich die Ölpreise nach einem anfänglichen erheblichen Anstieg wieder etwas beruhigt. Sie schwanken allerdings stark. Die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich am Mittwoch auf bis zu 92,98 Dollar und 88,99 Dollar ⁠je Barrel.

An den Finanzmärkten wird offenbar auf ein baldiges Ende des Krieges spekuliert - zumal US-Präsident Donald Trump ihn am Montag für "so gut wie abgeschlossen" erklärt hatte, obwohl ‌die Angriffe unvermindert weitergehen. Am Mittwoch zitierte das Portal Axios Trump mit den Worten, ⁠im Iran sei "praktisch nichts mehr übrig", das angegriffen werden könne. Der Krieg werde bald enden. "Wann immer ich will, dass er endet, wird er enden."

Israelische Regierungsvertreter räumten jedoch Insidern zufolge intern ein, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die USA den Krieg bald beenden. Zudem sei es keineswegs sicher, dass die Regierung in Teheran stürze; so gebe es keine Hinweise auf einen Aufstand der iranischen Bevölkerung. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz jedenfalls erklärte, der Militäreinsatz ‌werde "ohne zeitliche Begrenzung fortgesetzt, solange es nötig ist, bis wir alle Ziele erreicht und den ⁠Feldzug gewonnen haben".

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