Brent bei über 105 Dollar

Ölpreise steigen weiter - Iranische Exportanlagen im Blick

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Kursverläufe sind vor einer Ölbohranlage zu sehen.
Quelle: Adobe.com/Who is Danny

(Reuters) - Die ⁠Furcht vor Versorgungsengpässen wegen des Iran-Kriegs treibt die Ölpreise weiter an. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zum Wochenstart in der Spitze um 3,3 Prozent auf bis zu 106,50 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt ebenfalls um mehr als drei Prozent auf bis zu 102,44 ‌Dollar je Barrel.

Auslöser der Nervosität waren Angriffe des US-Militärs auf die iranische Insel Charg am Wochenende, die für den Ölexport der Islamischen Republik wichtig ist. Zudem reagierte der ⁠Iran wieder ⁠mit Drohnenangriffen auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. In Dubai wurde nach einem Angriff auf einen Treibstofftank der Flugverkehr vorübergehend ausgesetzt.

"Die US-Angriffe am Wochenende auf die Insel Charg haben die Sorgen um die Versorgungslage verstärkt, da der Großteil der iranischen Ölexporte über diese Insel abgewickelt wird", sagten die Rohstoffstrategen von ING. Auch wenn die Angriffe eher militärische Anlagen ‌als Energieinfrastruktur zum Ziel zu haben scheinen, stellten sie ‌dennoch ein Versorgungsrisiko dar, da iranisches Öl derzeit so ziemlich das einzige Öl ist, das durch die Straße von Hormus transportiert wird, hieß es weiter.

Mit seiner Forderung nach einer internationalen Militärkoalition zum Schutz der ⁠Straße von Hormus stieß Trump unterdessen bei wichtigen Verbündeten auf Ablehnung. Japan und Australien teilten ‌am Montag mit, keine Pläne für die Entsendung ⁠von Marineschiffen in den Nahen Osten zu haben. "Wir haben keinerlei Entscheidungen über die Entsendung von Schiffen für eine Eskorte getroffen", sagte die japanische Premierministerin Sanae Takaichi. Auch Australien werde sich nicht beteiligen, erklärte ein Regierungsmitglied in Canberra.

Trump droht der Nato

Trump hatte zuvor die vom ‌Öl aus der Golfregion abhängigen Staaten aufgefordert, sich ⁠am Schutz der für den Welthandel zentralen ⁠Meerenge zu beteiligen. Er habe bereits sieben Länder kontaktiert, sagte er. Zudem erhöhte er den Druck auf China und drohte mit der Verschiebung eines geplanten Besuchs in Peking, sollte die Regierung dort keine Unterstützung leisten.

"Ich denke, China sollte auch helfen, denn China bezieht 90 Prozent seines Öls aus der Meerenge", sagte Trump der Zeitung "Financial Times". Auch die europäischen Verbündeten nahm er in die Pflicht und warnte, der Nato stehe eine "sehr schlechte" Zukunft bevor, wenn die Mitglieder Washington in der Straße von Hormus nicht zu Hilfe kämen.

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