Hoffnung bleibt da

Fed hält trotz Ölpreisschock Zinssenkungsfantasie für 2026 am Leben

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Inmitten ⁠von Marktturbulenzen infolge des Irankrieges hält die US-Notenbank inne und die Hoffnung auf eine Zinssenkung im Laufe des Jahres wach. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch bekanntgab. Es ist die zweite Pause in Folge, nachdem die Fed die Zinsen im vorigen Jahr dreimal gesenkt hatte. In ihrem Zinsausblick hielten die Währungshüter nun zugleich an der bereits im Dezember signalisierten Option ‌fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um einen Viertelpunkt zu senken. Notenbankchef Jerome Powell betonte, dass dieser Ausblick in Zeiten des Ölpreisschocks mit Vorsicht zu genießen ist, da er mit außergewöhnlich großer Unsicherheit verbunden sei.

"Höhere Energiepreise werden kurzfristig die Gesamtinflation anheizen, aber ⁠es ist noch zu ⁠früh, um Ausmaß und Dauer der potenziellen Auswirkungen auf die Wirtschaft abzuschätzen", räumte Powell ein. Die Geldpolitik sei "gut aufgestellt". Eine drohende Ausweitung des Krieges gegen den Iran auf die Energieinfrastruktur am Golf hat jüngst die Ölpreise nach oben getrieben. Infolge der Nachrichten stieg der Preis für die Ölsorte Brent um bis zu sechs Prozent auf über 109 Dollar je Fass. Die Spritpreise in den USA haben bereits kräftig angezogen.

Dabei hatte sich zu Jahresbeginn bei der Inflation eine leichte Entspannung abgezeichnet - abzulesen an einem Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ‌ist. Dieser PCE-Index genannte Warenkorb verteuerte sich im Januar zum Vorjahresmonat nur noch ‌um 2,8 Prozent. Die US-Währungshüter gehen nunmehr davon aus, dass er Ende des Jahres bei 2,7 Prozent liegen und Ende 2027 mit 2,2 Prozent nahe am Zielwert der Zentralbank von 2,0 Prozent sein wird. Die Wachstumsprognose für das Jahr 2026 wurde leicht auf 2,4 Prozent angehoben (im Dezember: 2,3 Prozent), die prognostizierte ⁠Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,4 Prozent.

"Die Ungewissheit über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die ohnehin noch erhöhte Inflation erschwert der Notenbank ihren Job", ‌sagte LBBW-Ökonom Elmar Völker. Bleibe es bei einem zeitlich eng begrenzten ⁠Energiepreisschock, dann dürfte die Fed durch diesen "hindurchschauen". Powell betonte, dies sei davon abhängig, dass die Inflationserwartungen beim mittelfristigen Ziel der Notenbank von zwei Prozent verankert blieben.

Angesichts der im Vordergrund stehenden Inflationsrisiken zeichne sich eine baldige Zinssenkung jedenfalls nicht ab, so das Resümee von VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel: "Fed-Chef Jerome Powell wird seine im Mai endende Amtszeit als Vorsitzender der Fed ohne eine ‌weitere Zinssenkung beenden, soviel wurde heute klar."

BLEIBT POWELL LÄNGER?

Der von US-Präsident Donald ⁠Trump immer wieder wegen seiner vermeintlich zu zögerlichen Zinssenkungen geschmähte ⁠Fed-Chef scheidet zwar regulär im Mai aus dem Amt. Doch machte er klar, dass er notfalls auch länger bleiben werde: "Wenn mein Nachfolger bis zum Ende meiner Amtszeit als Vorsitzender nicht bestätigt ist, würde ich bis auf Weiteres als Vorsitzender fungieren, bis ein Nachfolger bestätigt ist", sagte Powell.

Trump hat mit Kevin Warsh einen Nachfolger nominiert, bei dem sich der Kurs der Notenbank ab Juni ändern soll: Der Präsident geht fest davon aus, dass sie unter Warsh die Zinsen senken wird. Eine Bestätigung Warshs durch den Senat liegt jedoch auf Eis: Der republikanische Senator Thom Tillis sperrt sich dagegen, solange die Untersuchung gegen Powell noch läuft. Hintergrund sind strafrechtliche Ermittlungen zur Renovierung der Fed-Zentrale in Washington. Ein Bundesrichter hat im Streit um die Ermittlungen gegen Powell Vorladungen des Justizministeriums blockiert. Die zuständige Staatsanwältin kündigte ⁠Berufung gegen die Entscheidung an.

Sollte der Übergang von Powell zu Warsh doch klappen, könnte Powell auch als einfaches Fed-Direktoriumsmitglied weitermachen. Ob er diese Option ziehen wird, ließ Powell offen.

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