Daimler: Weitere Belege für Abschalteinrichtungen für Abgasreinigung aufgedeckt – Aktie volatil

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Die Aktien von Daimler sind am Donnerstagnachmittag nach einem Medienbericht abrupt ins Minus gerutscht und in der Spitze um rund 4 Prozent abgesackt. Zuletzt konnte die Aktie das Minus jedoch wieder fast komplett aufholen. Börsianer verwiesen als Belastungsfaktor auf einen Online-Bericht des „Spiegel“, wonach ein Hacker angeblich Abgastricks im Dieselskandal enthüllt haben soll.

So sieht auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) neue Belege für eine Verstrickung des Autobauers Daimler in den Dieselskandal. In einem Gutachten dokumentiere der Kfz-Software-Experte Felix Domke im Auftrag einer US-amerikanischen Anwaltskanzlei „insgesamt acht bisher unbekannte Abschalteinrichtungen in einer Mercedes-Benz E-Klasse mit Euro 6 Diesel“, teilte die DUH am Donnerstag mit. „Mit diesen nach Auffassung der Umwelthilfe eindeutig illegalen sogenannten „defeat devices“ wird die wirksame Abgasreinigung durch den verbauten SCR-Katalysator reduziert.“ Dadurch lägen die Stickoxid-Emissionen auf der Straße deutlich über dem gesetzlich festgeschriebenen Grenzwert.

Ein Sprecher von Daimler teilte dagegen mit, die „beschriebenen Parametrierungen“ seien bereits bekannt. „Aus unserer Sicht sind diese im Zusammenspiel und Gesamtkontext des hochkomplexen Emissionskontrollsystems nicht als unzulässige Abschalteinrichtungen zu bewerten.“ Die Deutsche Umwelthilfe wird das Gutachten, weitere Details und mögliche Folgen diesen Freitag bei einer Pressekonferenz vorstellen.

Domke ist nach Angaben der DUH Software-Experte für Motorsteuerungen und war bereits als Sachverständiger für das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt tätig. „Die gefundenen Abschalteinrichtungen aktivieren sich in Fahrsituationen, die auf der Straße üblich sind“, so Domke laut Mitteilung. „Bereits bei normaler Fahrweise verhindert so gut wie immer mindestens eine Abschalteinrichtung die Verbesserung der Emissionen aktiv – auch wenn es physikalisch oder zum Motorschutz gar nicht notwendig ist.“

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch warf Daimler mit seiner Stammmarke Mercedes-Benz „Profitmaximierung zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit der Stadtbewohner“ vor.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Sergej Lebedev / Shutterstock.com

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