1,5 Millionen Klagen in Großbritannien wegen Diesel-Abgasmanipulation

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(Stellt in der Überschrift und im ersten Absatz klar - Die Klagen wurden schon vor längerer Zeit eingereicht, am Dienstag gab es dazu eine Anhörung vor dem Londoner High Court.)

London (Reuters) - Mehreren Autokonzernen drohen in Großbritannien Strafzahlungen wegen möglicher Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen.

Insgesamt gebe es 1,5 Millionen Klagen gegen einige der weltgrößten Autobauer wie Mercedes-Benz oder Ford, erklärten Anwälte der Kläger am Dienstag bei einer Anhörung vor dem Londoner High Court. Die britischen Besitzer von Autos mit Dieselmotoren werfen den Herstellern vor, bei Emissionstests betrogen zu haben. Die Rechtsstreitigkeiten könnten die Autobauer mindestens sechs Milliarden Pfund (7,1 Milliarden Euro) kosten, kalkulierten die Anwälte.

Mercedes-Benz - dem rund 300.000 Klagen drohen - teilte in einer Erklärung mit: "Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Klagen gegen Mercedes-Benz unbegründet sind". Der Stuttgarter Autobauer werde sich mit den notwendigen rechtlichen Mitteln energisch verteidigen. Ein Ford-Sprecher sagte: "Wir sehen keine Grundlage für diese Ansprüche und wehren uns entschieden dagegen. Unsere Fahrzeuge und Motoren erfüllen alle geltenden Emissionsvorschriften."

Der von Volkswagen 2015 losgetretene "Dieselgate"-Skandal hat den Wolfsburger Autobauer bereits mehr als 32 Milliarden Euro an Umrüstungen, Bußgeldern und Rechtskosten gekostet. Volkswagen stimmte 2022 zu, 193 Millionen Pfund zu zahlen, um Ansprüche von rund 91.000 britischen Fahrern zu begleichen, ohne eine Haftung anzuerkennen.

(Bericht von Sam Tobin, geschrieben von Ralf Banser, redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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