
Berlin (Reuters) - Der Auftragsmangel im deutschen Wohnungsbau hat sich im März nur geringfügig verringert.
Für rund 54 Prozent der Unternehmen bleibt er aber immer noch ein Problem, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage mitteilte. Im Februar waren es 55 Prozent. "Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer im Wohnungsbau: Mehr neue Wohnungen wurden genehmigt", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. Die Zahl der Bauzusagen stieg im Januar nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 18.000. Das waren rund sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Das Geschäftsklima im Wohnungsbau verbesserte sich leicht, bleibt aber tief im negativen Bereich, so das Ifo-Institut. Der Anstieg ging auf die etwas weniger pessimistischen Erwartungen für die kommenden Monate zurück. "Die Wohnungsbauunternehmen bleiben zurückhaltend", sagte Wohlrabe. "Die meisten erwarten noch eine anhaltende Durststrecke." Immerhin: Der Anteil der Auftragsstornierungen fiel erneut. Er liegt nun bei 7,8 Prozent, nach 9,3 Prozent im Vormonat.
Die Baubranche sieht bislang keine Trendwende. "Die leicht positive Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns weiterhin auf dem niedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre befinden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, kürzlich mit Blick auf die Genehmigungen. Zudem seien die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen nach der Ankündigung des von Union und SPD geplanten Sondervermögens für Verteidigung und Infrastruktur deutlich gestiegen. "In der Folge legten auch die Bauzinsen zu", sagte Müller. "Der Wohnungsbau leidet somit weiter unter den schlechten Rahmenbedingungen und der Zurückhaltung der Investoren – trotz des hohen Neubaubedarfs."
2025 dürften den sogenannten Immobilienweisen zufolge nur 230.000 neue Einheiten gebaut werden - und damit weit weniger als die von der scheidenden Bundesregierung ursprünglich angestrebte Marke von 400.000.




