Aktie rutscht um fast 15 Prozent ab

Ferrari vergrault Anleger mit Mittelfristzielen - Autowerte europaweit schwach

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Quelle: yousang/Shutterstock.com

Deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebene Mittelfristziele von Ferrari haben am Donnerstag die Anleger vergrätzt. Die im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte Aktie des Sportwagenbauers brach um 14,7 Prozent auf 357,20 Euro und damit den tiefsten Stand seit Anfang April ein. Im bisherigen Jahresverlauf bedeutet dies aktuell ein Minus von rund 13,5 Prozent nach allerdings kräftigen Gewinnen in den Jahren zuvor.

Die hohen Verluste der Ferrari-Aktie an diesem Tag zogen auch den europäischen Automobilsektor um 3,6 Prozent mit nach unten. Hierzulande wurden vor allem die Papiere des Konkurrenten Porsche AG in Mitleidenschaft gezogen, sie büßten im MDax zuletzt 1,9 Prozent auf 41,78 Euro ein. Damit vergrößert sich der Verlust der Aktie seit Jahresbeginn auf 28,5 Prozent, während sich derjenige des Branchenindex der Autoindustrie aktuell auf etwas über 18 Prozent beläuft. Dagegen liegt der Index der mittelgroßen Werte MDax mit fast 21 Prozent im Plus.

Ferrari stutzt Wachstumsaussichten merklich

Der während des Kapitalmarkttages für 2030 von den Italienern in Aussicht gestellte bereinigte operative Gewinn (Ebitda) von mindestens 3,6 Milliarden Euro enttäusche und sei "übervorsichtig", sagte ein Händler. Analysten hätten bislang ein Ebitda in dieser Höhe bereits für 2028 erwartet und für 2030 im Schnitt 4,3 Milliarden Euro auf dem Schirm gehabt.

Wie Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC erklärte, impliziert die Prognose von Ferrari ein jährliches Wachstum von sechs Prozent. Damit aber lägen die Italiener deutlich unter der auf dem Kapitalmarkttag 2022 in Aussicht gestellten implizierten Wachstumsrate von zehn Prozent jährlich. Auch wenn die nun vom Unternehmen angegebene Wachstumsrate wahrscheinlich konservativ sei, dürften Anleger sie wohl dennoch als einen Wachstumsrückgang im Vergleich zur Vergangenheit interpretieren. Obendrein, so ergänzte Narayan, habe er mit Blick auf die Fahrzeuge auch mit einem stärkeren Mengenwachstum gerechnet, insbesondere angesichts der 2024 eröffneten neuen Produktionsstätte.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi bleibt insgesamt dagegen positiv gestimmt. Er sieht im aktualisierten Ausblick des italienischen Sportwagenbauers und dessen langfristigen Zielen eine Bekräftigung des Management-Engagements, profitables Wachstum, Margensteigerungen und strategische Investitionen voranzutreiben.

Aktie hat gewinnreiche Jahre hinter sich

Und auch wenn der Kursverlust der Aktie an diesem Tag herb ist und im bisherigen Jahr 2025 derzeit ein Minus zu Buche steht, hat das Papier in den Jahren davor dennoch kräftig an Wert gewonnen.

In den vergangenen fünf Jahren zog der Kurs bis dato um rund 130 Prozent an. Damit schnitt die Ferrari-Aktie deutlich besser ab als der Branchenindex, der im gleichen Zeitraum nur um 14 Prozent zulegte. Zudem ist Ferrari mit einem Börsenwert von rund 64 Milliarden Euro der wertvollste europäische Autohersteller.

Zum Vergleich: Die VW-Tochter Porsche kommt nach zuletzt heftigen Kursverlusten gerade mal noch auf 38 Milliarden Euro. Volkswagen selbst auf 46 Milliarden Euro. Auch BMW und Mercedes liegen mit jeweils rund 52 Milliarden Euro deutlich hinter Ferrari. Ferrari ist zwar gemessen am Umsatz deutlich kleiner als die deutschen Hersteller, dabei aber viel profitabler.

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