Kolumne von Heiko Böhmer

Michael Burry warnt – und wir sollten zuhören

Heiko Böhmer · Uhr
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Eine Flagge vor der Börse in New York.
Quelle: Adobe.com/Marco Warm

Michael Burry ist kein gewöhnlicher Investor. Der Gründer von Scion Asset Management wurde weltweit bekannt als jener, der die US-Immobilienblase vor der Finanzkrise 2008 früh erkannt und gegen sie gewettet hat. Jetzt meldet er sich mit einem einfachen, aber drastischen Tweet zurück:

„Sometimes we see bubbles. Sometimes there is something to do about it. Sometimes the only winning move is not to play.“ Er spricht damit nicht von Einzelaktien – sondern signalisiert ein mögliches Makro-Blasenrisiko, insbesondere im Umfeld des KI-Hypes.

Warum die aktuelle Situation nach 1994 klingt, nicht nach 1999

Viele Anleger, Medien und Marktteilnehmer vergleichen die heutige Lage mit der Dot-com-Blase um 1999/2000: Tech-Giganten, hoch bewertete Wachstumsunternehmen, Euphorie, enorme Kapitalflüsse. Doch ein genauer Blick zeigt: Wir sind vielleicht eher in einer früheren Phase – nennen wir sie „1994“ statt „1999“.

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1994 war eine Phase der Euphorie, aber noch mit vielen Fundamentaldiskussionen, noch nicht mit dem vollen Hype-Schub von 1999. Ähnlich heute: Der KI-Boom läuft, aber viele Geschäftsmodelle sind noch nicht umfassend bewiesen, Bewertungen sind hoch, aber das Umfeld noch nicht maximal überhitzt – zumindest im Vergleich zur klassischen Dotcom-Spitze.

Burry spielt diesen Vergleich geschickt: Wenn wir noch nicht am Höhepunkt stehen, dann ist eine große Korrektur (noch) nicht zwingend unmittelbar – aber das Risiko steigt. In seinen Worten: Nicht unbedingt mitmachen, wenn man sieht, wie sich eine Blase aufbaut.

Welche Rolle spielte Burry früher und warum zählt seine Meinung heute? 

Ihm wird zugeschrieben, dass er durch seine Analyse der Subprime-Mortgage-Krise frühzeitig den kommenden Kollaps erkannte und davon profitierte. Sein Ruf: konträr denken, unbequem sein, Risiken sehen, wenn andere Chancen feiern.

Heute richtet sich sein Fokus auf den massiven Tech-/KI-Boom, die extremen Gewinne von wenigen Firmen, die Konzentration im Markt und teils fragwürdige Finanzierungsstrukturen (zum Beispiel einer hoher Verschuldung bei Wachstumsfirmen). 

Für Privatanleger bedeutet das: Wenn jemand wie Burry die Warnung ausspricht, sollte man zumindest einen Moment innehalten – nicht zwingend sofort alles verkaufen, aber die eigene Strategie kritisch prüfen.

Michael Burry erinnert uns: Märkte sind nicht nur Gewinner-Feiern. Sie können überhitzen. Und wenn wir glauben, schon am Höhepunkt zu stehen – vielleicht ist es noch nicht so weit –, dann lohnt sich Zurückhaltung oder zumindest erhöhte Aufmerksamkeit.

Für Privatanleger heißt das: Keine Panik, aber auch kein Blindflug. Bewerten Sie, bleiben Sie langfristig orientiert – und verlieren Sie nie Ihre Strategie aus den Augen.

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