
Nach der jüngsten Erholung am deutschen Aktienmarkt haben es die Anleger am "Black Friday" zunächst ruhig angehen lassen. Der Dax lag eine Stunde nach Handelsbeginn 0,14 Prozent im Minus bei 23.736 Punkten.
Damit steuert der deutsche Leitindex auf ein etwa dreiprozentiges Wochenplus zu. Der eigentlich gute Börsenmonat November würde aber immer noch mit einem Abschlag von knapp einem Prozent zu Ende gehen.
Der Dax konsolidiert auf hohem Niveau. Auffällig ist das Ausbleiben von Gewinnmitnahmen. Anleger setzen offenbar darauf, dass die Thanksgiving-Rally nach dem Feiertagshandel in den USA noch etwas weiterlaufen kann. Diese Stabilisierung ist positiv und erzeugt Vertrauen, dass die Kurskapriolen des Novembers tatsächlich hinter uns liegen könnten", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Puma-Kurs lässt nach Übernahmespekulationen etwas Luft ab
Die am Vortag neu angefachten Übernahmespekulationen rund um Puma werden am Freitag etwas nüchterner gesehen. Die Aktie verlor gut drei Prozent nach dem Kurssprung vom Vortag. Da hatte es einen Kurssprung um fast 19 Prozent gegeben. In diesem Jahr liegen die Puma-Aktien aber immer noch mit mehr als der Hälfte im Minus.
Vor allem dem chinesischen Konzern Anta Sports wird derzeit ein Interesse nachgesagt, wobei auch der Anta-Konkurrent Lin Ning und der japanische Sportartikelhersteller Asics von der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise als mögliche Interessenten genannt worden waren. Wie Bloomberg mittlerweile aber berichtet, hat zumindest Asics den Gedanken an eine Puma-Übernahme zurückgewiesen. Demnach gebe es derzeit weder Gespräche noch einen solchen Plan.
Delivery Hero größter HDAX-Gewinner
Die Aktien von Delivery Hero haben am Freitag ihre jüngste Erholung fortgesetzt. Angetrieben von einem Bericht über Druck von Großaktionären auf den Essenslieferdienst, stieg der Kurs um 7,16 Prozent auf 18,80 Euro.
Damit könnten die Papiere auf ihren fünften Gewinntag in Folge zusteuern, nachdem sie vor einer Woche noch ihrem Rekordtief vom Februar 2024 nahe gekommen waren. Das Unternehmen stehe unter dem Druck mehrerer Großaktionäre, eine strategische Überprüfung durchzuführen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Vorabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Grund sei die zunehmende Konsolidierung in der Lebensmittel-Lieferbranche. Einige bedeutende Anteilseigner drängten das Management, einen Verkauf des Unternehmens oder von Geschäftsteilen in Betracht zu ziehen.
Die kolportierten Forderungen nach einem Strategiewandel und einer Branchenkonsolidierung zeigten, dass sich etwas tue, kommentierte Barclays-Analyst Andrew Ross. Er habe seit Monaten darauf hingewiesen, dass der Status Quo bei Delivery Hero nicht haltbar sei. Analyst Marcus Diebel von JPMorgan erwähnte vor zwei Wochen bereits, dass das aktuelle Bewertungsniveau des Unternehmens das Interesse strategischer Investoren wecken dürfte.
Am Vorabend sah ein Branchenkenner auf den ersten Blick aber auch wenig essenziell Neues in der Nachricht und gab den Hinweis, dass die Branche schon länger konsolidiere. Die auch an Delivery Hero beteiligte Internetholding Prosus hat in diesem Jahr den britischen Konkurrenten Just Eat Takeaway übernommen und im Zuge dessen angekündigt, dafür den Anteil an Delivery Hero zu reduzieren. Dass die Anteilseigner mit der Aktienperformance unzufrieden sind, dürfte nicht überraschen. Vor rund 13 Monaten hatten die Papiere noch gut 42 Euro gekostet. 2025 hat der Kurs bislang um 35 Prozent nachgegeben. (mit Material von dpa-AFX)




