
Nach leichten Gewinnen zum Wochenauftakt hat der Dax am Dienstag seinen jüngsten Erholungskurs erstmal beendet. In einem relativ trägen Handel verlor der Leitindex des deutschen Aktienmarkts 0,63 Prozent auf 24.076 Punkte. Positiv aufgenommen Daten zum US-Arbeitsmarkt blieben ohne Wirkung. Dahingegen belasteten schwache Signale aus der heimischen Wirtschaft.
Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,55 Prozent auf 30.047 Zähler nach. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbuchte einen Verlust von 0,6 Prozent.
"Mit Blick auf die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum Jahresende genauso schlecht wie am Anfang", fasste Expertin Christine Romar vom Broker CMC Markets die Lage zusammen. "Die Hoffnung aus dem Frühsommer auf eine Wirtschaftswende nach dem Regierungswechsel in Berlin hat sich bislang nicht erfüllt und alle Beteiligten werden sie wohl mit ins neue Jahr nehmen müssen."
Angesichts der Arbeitsmarktberichte der US-Regierung für Oktober und November, die wegen eines wochenlangen Stillstandes der Regierungsgeschäfte infolge von Haushaltsstreitigkeiten erst jetzt veröffentlicht wurden, konstatierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba eine durchwachsene Entwicklung. "Beschäftigungsrückgang im Oktober überrascht, solide im November."
Die Zinssenkung der Fed in der Vorwoche erscheine gerechtfertigt, so Umlauf. Derweil liegt die Arbeitslosenquote ungeachtet des Anstiegs auf einem im historischen Vergleich niedrigen Niveau. Alles in allem gehe er aber davon aus, dass die bereits ausgeprägten Erwartungen weiterer Zinssenkungen durch die Fed präsent bleiben.
Rüstungsaktien verbuchen einmal mehr Verluste
Die Aktien von Rüstungswerten reagierten mit weiteren Kursverlusten auf die jüngsten Gespräche in Berlin über ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, nachdem die beteiligten Seiten die Verhandlungen als Fortschritt bezeichnet hatten. Das betrifft vor allem die Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Falle eines Waffenstillstands. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scheint sich damit abgefunden zu haben, dass ein Nato-Beitritt unrealistisch ist. Die Papiere von TKMS, Rheinmetall, Renk und Hensoldt knickten um 0,6 bis 3,9 Prozent ein.
Der Kurssprung der Tui-Aktien vom Vortag ging noch etwas weiter mit einem Anstieg um 1,8 Prozent. Am Montag hatten die Titel des Reisekonzerns bereits einen Chartausbruch geschafft, also einen Widerstand hinter sich gelassen.
Die Anteilsscheine von Stabilus sanken trotz guter Nachrichten um 2,8 Prozent ab. Das für Gasdruckfedern bekannte Unternehmen hatte Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu 20 Millionen Euro angekündigt.
Die zuletzt aufgekommene Übernahmefantasie bei den Aktien von Klöckner & Co hält an. Die Aktien des Stahlhändlers kletterten auf das höchste Niveau seit Juli 2023 und behauptete zuletzt noch ein Kursplus von 3,2 Prozent. Zu Beginn der Vorwoche war der Kurs schon stark gestiegen wegen Verhandlungen mit dem US-Konzern Worthington Steel über ein Übernahmeangebot.
Euro profitiert von US-Arbeitsdaten
Der Euro gewann nach den US-Arbeitsmarktdaten. Ein Euro kostete zuletzt 1,1777 US-Dollar. Kurzzeitig stieg die Gemeinschaftswährung auch über 1,18 Dollar. Dies war der höchste Stand seit Ende September. Am Morgen hatte der Euro zeitweise nur 1,1744 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1776 (Montag: 1,1753) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8491 (0,8508) Euro.
Kaum Bewegung gab es beim Goldpreis. Zuletzt legte der Kurs je Feinunze (31,1 Gramm) minimal auf 4.307 US-Dollar zu. In Euro gerechnet kam es zu einem marginalen Verlust. Der Goldpreis hatte nach einem starken Lauf bis Mitte Oktober zurückgesetzt und war mehrere Wochen um die Marke von 4.200 Dollar gependelt, ehe er wieder etwas aufholen konnte. Seitdem orientiert sich der Kurs eng an der 4.300-Dollar-Marke.
(mit Material von dpa-AFX)



