Gastronomie hofft nach sechs schweren Jahren auf Aufschwung

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Weniger Mehrwertsteuer

Berlin (dpa) - Mit Jahresbeginn sinkt die Mehrwertsteuer für Speisen in Restaurants von 19 auf 7 Prozent - dennoch wird Essengehen wohl nicht flächendeckend günstiger. «Die Preise sind maßgeblich abhängig von der Kostenentwicklung. Und hier haben wir in den letzten Jahren schon erhebliche Kostensteigerungen gehabt bei Nahrungsmitteln, bei alkoholfreien Getränken, bei Energie und insbesondere bei den Personalkosten», sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Gaststättenverbands Dehoga, der Deutschen Presse-Agentur.

Mit dem Jahreswechsel steige zudem der Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro - das sei eine große Herausforderung «gerade für die beschäftigungsintensiven Restaurants». Letztlich sei es Aufgabe eines jeden Unternehmers, die Preise zu kalkulieren. «Da können wir als Verband keine Empfehlungen abgeben.»

Viele Gastronomen hatten zuvor betont, dass ein Restaurantbesuch kaum günstiger werden wird. Die Steuersenkung werde vielerorts genutzt, um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise auszugleichen.

Verband: Mehrwertsteuersenkung sichert Arbeitsplätze

Der Dehoga setzt große Hoffnungen in die Mehrwertsteuersenkung, für die sich der Verband in den vergangenen Jahren intensiv eingesetzt hat. «Ich bin fest davon überzeugt: Das ist die wichtigste Maßnahme zur Zukunftssicherung der Restaurants und Cafés, also insbesondere der handwerklich arbeitenden Küche», sagte Hartges. Mit der Maßnahme würden Existenzen und Arbeitsplätze gesichert.

«Wir wollen eine abwechslungsreiche Gastronomie - und deswegen sind die sieben Prozent so wichtig, damit nicht nur Take-Away-Imbisse und Ketten das Stadtbild prägen, sondern auch attraktive öffentliche Wohnzimmer, in denen man sich gerne trifft, in schöner Atmosphäre beisammensitzt und leckeres Essen genießt», sagte Hartges.

Seit 2020 läuft es für viele Gastronomen nicht rund

Die Gastronomie erlebte dem Dehoga zufolge 2025 das sechste Verlustjahr in Folge. Erst setzten die Corona-Maßnahmen etwa mit Schließungen den Betrieben zu, anschließend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wie etwa stark gestiegene Energiepreise. Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Preise im Bereich Gaststätten und Beherbergungsdienstleistungen von Anfang 2020 bis November 2025 um rund 34 Prozent gestiegen.

«Ich hoffe, dass es 2026 wieder bergauf geht», sagte Hartges. «Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa den geopolitischen Herausforderungen, aber auch, wie sich insgesamt die Nahrungsmittelpreise, die Energiekosten entwickeln.» Da gebe es viele Fragezeichen. «Aber ich bin zuversichtlich, dass sich irgendwann die Stimmung aufhellt und die Menschen wieder gerne ausgehen und es sich auch leisten können.»

Hartges fordert mehr Pragmatismus statt Kennzeichnungspflichten

Von der Politik erhofft sich Hartges - wie die meisten Wirtschaftsverbände - den Abbau von Bürokratie. Konkret könnte sie sich Lockerungen bei der Allergenkennzeichnung vorstellen, ebenso bei Reinigungsprotokollen in den Toiletten.

«Mich interessiert als Gast nicht irgendeine Liste, die in der Toilette hängt und wo im Stundenrhythmus Namen eingetragen sind. Entscheidend ist doch der Eindruck der Toilette. Ist sie sauber? Ist alles gepflegt», sagte Hartges.

Auch bei weiteren Kennzeichnungspflichten fordert Hartges mehr Pragmatismus. «Redenden Menschen kann weitergeholfen werden: Wenn ich ein Stück Rinderfilet auf der Karte sehe für einen ordentlichen Preis, dann kann ich als Gast ja auch nachfragen, woher das Fleisch kommt», sagte Hartges. «Aber von vornherein immer neue Kennzeichnungspflichten einzuführen, ist wirklich nicht hilfreich.»

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