Japans Notenbankchef stellt weitere Zinserhöhungen in Aussicht

Der japanische Notenbank-Gouverneur Kazuo Ueda hat weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt, sollten sich Konjunktur und Preise wie erwartet entwickeln.
Die japanische Wirtschaft habe sich im vergangenen Jahr trotz der Belastung der Unternehmensgewinne durch höhere US-Zölle moderat erholt, erklärte Ueda am Montag in einer Rede vor dem Bankenverband des Landes. "Löhne und Preise werden höchstwahrscheinlich gemeinsam moderat steigen", sagte er. Eine Anpassung des Grades der geldpolitischen Unterstützung werde der Wirtschaft helfen, nachhaltig zu wachsen.
Die Bank of Japan (BoJ) hatte ihren Leitzins im vergangenen Monat von 0,5 auf 0,75 Prozent angehoben und erreichte damit den höchsten Stand seit 30 Jahren. Damit machte die Notenbank einen weiteren wichtigen Schritt bei der Abkehr von ihrer jahrzehntelangen extrem lockeren Geldpolitik mit Zinsen nahe Null. Trotz der Anhebung bleiben die realen Kreditkosten in Japan jedoch deutlich im negativen Bereich, da die Verbraucherinflation seit fast vier Jahren über dem Ziel der BoJ von zwei Prozent liegt.
Die Schwäche des Yen hat die Importkosten und damit die Inflation in die Höhe getrieben, weshalb einige Mitglieder des Notenbankrats weitere, stetige Zinserhöhungen fordern. An den Märkten stieg der Dollar am Montag um 0,2 Prozent auf 157,08 Yen. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die BoJ trieb zudem die Renditen für zehnjährige japanische Staatsanleihen auf ein 27-Jahres-Hoch von 2,125 Prozent. Die Märkte richten ihren Blick nun auf den vierteljährlichen Ausblick der BoJ auf ihrer Sitzung am 22. und 23. Januar.
Finanzministerin Satsuki Katayama sagte vor demselben Gremium, Japan befinde sich in einer kritischen Phase des Übergangs von der Deflation zu einer wachstumsorientierten Wirtschaft.



