Bahn stellt wegen Winterwetter Fernverkehr im Norden vorläufig ein
Berlin, 09. Jan (Reuters) - Die deutschen Flughäfen und die Bahn spüren vor allem im Norden erste Behinderungen des Luft- und Zugverkehrs durch Schneestürme.
Der Schienenverkehr im Großraum Hannover sei bis auf Weiteres eingestellt, sagte ein Bahn-Sprecher am Freitag in Berlin. "Damit ist eines unserer wichtigsten Drehkreuze betroffen und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich", erklärte der Staatskonzern . Dies sei notwendig, um Fahrgäste, Beschäftigte und Fahrzeuge zu schützen. Die Züge werden an geeigneten Bahnhöfen oder in Depots zurückgehalten. Die DB versorgt ihre Fahrgäste vor Ort und hat dafür zusätzliches Personal im Einsatz. In Hannover etwa stellt die Bahn Aufenthaltszüge bereit.
"Wir erwarten Entspannung ab Samstag", sagte der Bahn-Sprecher im ZDF-Morgenmagazin. Aber bis dahin gebe es vor allem im Norden noch deutliche Einschränkungen. "Die Lage ist sehr dynamisch." Auf Strecken nach Norden - etwa zur Nordsee, nach Kiel oder Rostock - habe man rund die Hälfte der geplanten Züge aus dem Fahrplan herausgenommen. Dies helfe, um bei besserer Wetterlage den Betrieb wieder schnell hochfahren zu können. Zudem sei der Fernverkehr von Berlin nach Hamburg vorerst eingestellt. Dies betreffe auch die wichtige Ost-West-Verbindung von Berlin über Hannover Richtung Ruhrgebiet und Köln-Düsseldorf. "Denn wir wollen natürlich auf jeden Fall Situationen vermeiden, dass Züge auf freier Strecke stecken bleiben", sagte der Sprecher. Man könne sich um die Fahrgäste viel besser in den Bahnhöfen kümmern als auf freier Strecke.
Die Bahn hatte zuletzt angekündigt, wegen des Winterwetters vorsorglich Züge zu streichen und teilweise langsamer fahren zu lassen. Fahrgäste müssen auch mit größeren Verspätungen rechnen.
STREICHUNGEN UND VERSPÄTUNGEN AN FLUGHÄFEN
Auch die deutschen Airports wappnen sich für Beeinträchtigungen im Flugverkehr. "Wir rechnen damit, dass es bei dem für weite Teile Europas angekündigten massiven Schneefall ab Freitag zu starken Verzögerungen in den Abläufen kommt", hatte der Berliner Hauptstadtflughafen BER angekündigt. Es könne zu erheblichen Verspätungen und Flugstreichungen kommen. Der Flughafen Hannover hat bis Mittag bereits fünf Flüge gestrichen. Abfliegende Maschinen hätten meist Verspätungen von 30 bis 60 Minuten, hieß es. Am Hamburger Airport ist der Winterdienst ununterbrochen im Einsatz. "Zurzeit erschweren Schneeverwehungen diese Arbeiten immer wieder", erklärte eine Sprecherin. Es gebe zum Teil starke Verzögerungen, einige Airlines hätten Flüge gestrichen. Die genaue Zahl war zunächst unklar.
Die Airports trafen Vorkehrungen, um Rollbahnen und Vorfeldflächen sowie Flugzeuge von Eis und Schnee freizuhalten. Die Tanks mit Enteisungsmittel seien voll und könnten bei Bedarf rasch nachgefüllt werden, hieß es bei mehreren großen Flughäfen. Auch auf Autobahnen kommt es wegen starken Schneefalls zu Beeinträchtigungen. In vielen Regionen und Bundesländern blieben die Schulen zudem geschlossen.
(Bericht von Klaus Lauer, Miranda Murray und Reuters TV, redigiert von Ralf Banser; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

