
Berlin, 22. Jan (Reuters) - Die Übernahme des Münchner Baumaschinenherstellers Wacker Neuson durch den südkoreanischen Rivalen Doosan Bobcat ist geplatzt.
Die Gespräche würden nicht fortgesetzt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Details nannte Wacker Neuson nicht. An der Börse brachen die Aktien in der Spitze um 22,5 Prozent auf 18,40 Euro ein und steuerten auf ihren bislang größten Tagesverlust zu. Sie waren damit der mit Abstand schwächste Wert im Kleinwerteindex SDax.
Doosan Bobcat erklärte, das Unternehmen habe den Kauf von Wacker Neuson überprüft, sich dann aber zu einem Ende der Gespräche entschlossen. Nähere Angaben machte Doosan Bobcat nicht. Wacker Neuson war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Der Baumaschinenhersteller hatte erst im vergangenen Monat "fortgeschrittene Gespräche" bestätigt. Dabei ging es um den Kauf von rund 63 Prozent der Anteile von Großaktionären sowie ein öffentliches Barangebot an die übrigen Anteilseigner. Die Gruppe konzentriere sich nun weiter auf ihre Strategie für nachhaltiges Wachstum, hieß es in der Mitteilung weiter.
Wacker Neuson ist auf Baugeräte und Kompaktmaschinen spezialisiert. Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilien Wacker und Neunteufel, die laut Unternehmensangaben zusammen rund 60 Prozent der Anteile halten. Die Wurzeln des Konzerns gehen auf das Jahr 1848 zurück, als Johann Christian Wacker in Dresden eine Schmiedewerkstatt gründete. 2007 schlossen sich Wacker Construction und Neuson Kramer Baumaschinen zusammen. Doosan Bobcat ist vor allem für seine Kompaktlader bekannt. Die namensgebende Marke Bobcat stammt aus den USA und wurde 2007 vom US-Industriekonzern Ingersoll-Rand an die südkoreanische Doosan-Gruppe verkauft.




