Konjunkturdaten

Deutsche Wirtschaft im vierten Quartal überraschend kräftig

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Alexey Fedorenko/Shutterstock.com

Das Bruttoinlandsprodukt sei von Oktober bis Dezember um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen, gab das ⁠Statistische Bundesamt am ‍Freitag bekannt.

"Damit beendete die deutsche Wirtschaft das insbesondere für den Außenhandel turbulente Jahr 2025 im Plus", hieß es. Dafür sorgten vor allem ‌wachsende private und staatliche Konsumausgaben. Eine frühere Schätzung von Mitte Januar hatte nur ein Wachstum von 0,2 Prozent ergeben. ‍Diese basierte aber auf weniger Daten. Im dritten Quartal 2025 hatte es nur zu einer Stagnation gereicht.

2025 insgesamt legte Europas größte Volkswirtschaft um 0,2 Prozent zu, nachdem sie zuvor zwei Jahre in Folge geschrumpft war. Dafür sorgten steigende Konsumausgaben, während die Exporte unter höheren US-Zöllen, Euro-Aufwertung und stärkerer Konkurrenz aus China ‍litten. Die Wirtschaftsleistung liegt dennoch nur in etwa ⁠auf dem Niveau von 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Zwei Drittel des erwarteten Wachstums ‍gehen demnach auf staatliche Impulse zurück. Das sind vor allem Investitionen in die Sanierung der Infrastruktur und zur Aufrüstung der ⁠Bundeswehr.

Erste Indikatoren deuten auf einen schwachen Jahresauftakt hin. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Januar auf dem Vormonatswert von 87,6 Punkten, wie das Münchner Institut bei seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften ermittelte. Die Firmen blickten ‍etwas weniger skeptisch auf ihre Lage als ‌zuletzt, bewerteten ihre Aussichten aber etwas ungünstiger. "Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr" sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

AUFTRAGSMANGEL

Zentrales Problem bleibt der weit verbreitete Auftragsmangel: Im Januar berichteten 36,3 Prozent von einer mauen Nachfrage, nach 36,9 Prozent im vergangenen Oktober. Der Anteil liege damit weiter deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. "Die leichte Entspannung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unternehmen nach wie vor zu wenig Aufträge haben", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die schwache Nachfrage belastet breite Teile der ⁠Wirtschaft und wird durch hohe Kosten sowie eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verstärkt.

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