Dax scheut vor 25.000 Punkten zurück - Kurssturz bei Zalando

Der Dax hat sich am Dienstag unterm Strich kaum bewegt. Im frühen Handel stieg der Leitindex des deutschen Aktienmarkts zwar kurzzeitig um die umkämpfte Marke von 25.000 Punkten, fiel im weiteren Handel aber wieder zurück. Unterm Strich verlor der Dax minimale 0,07 Prozent auf 24.781 Punkte. In der zweiten Reihe stieg der MDax um 0,08 Prozent auf 31.537 Zähler, während der Euro Stoxx 50 um 0,2 Prozent nachgab.
Druck auf die Kurse in Deutschland kam auf, als vor allem die Technologiebranche in den USA nach einem freundlichen Handelsstart kräftig nachgab. Die technologielastige Nasdaq-Börse zeigte sich mit 1,2 Prozent deutlich im Minus. Am Markt wurde von einer Rotation raus aus Techwerten in Branchen der traditionellen Industrie, aber auch in den Konsumgüter- und Finanzsektor gesprochen.
Nach den Turbulenzen am Gold- und Silbermarkt setzte unterdessen eine Beruhigung ein. Die Preise erholten sich nach ihrem kurzzeitig kräftigen Einbruch weiter. Laut Ahmad Assiri, Marktstratege beim Handelshaus Pepperstone, haben sich die Rahmenbedingungen für den Handel mit Edelmetall insgesamt wenig verändert.
Zalando gibt zweistellig nach
Am Dax-Ende fiel die Aktie des Online-Modehändlers Zalando um rund zwölf Prozent. Aktionäre verwiesen auf die Warnung des Analysten Luke Holbrook von der US-Bank Morgan Stanley vor aufkommender Konkurrenz durch globale Social-Media-Netzwerke.
Paypal unter Druck - Chef muss gehen
Im Fokus deutscher Anleger stand auch der US-Zahlungsdienstleister Paypal. Nach einem schwachen Quartal und einem verfehlten Ausblick tauscht der Konzern den Chef aus. An die Stelle von Alex Chriss tritt auf Geheiß des Verwaltungsrates ab März der bisherige HP-Chef Enrique Lores, wie der Konzern am Dienstag im kalifornischen San Jose mitteilte. Das Kontrollgremium habe eine detaillierte Analyse vorgenommen und der Konzern sei mit seinen Fortschritten im Vergleich mit der Konkurrenz und der Branche nicht weit genug gekommen, hieß es zur Begründung. Chriss führte die Geschäfte seit September 2023. Gleichzeitig schockte Paypal die Anleger mit seinen Zahlen für das vergangene Quartal. Die Aktie verlor um mehr als 18 Prozent bis zum frühen Abend.
Paypal steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis Ende Dezember im Jahresvergleich um vier Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um drei Prozent auf 1,23 Dollar.
Stahlaktien gefragt - Quartalszahlen im Blick
Derweil stiegen die Aktien von Daimler Truck im Dax um fast sechs Prozent. Unter den europäischen Lkw-Bauern sind die Papiere der Schwaben neuer Favorit des Analysten Alexander Jones von der Bank of America. Der Truck-Zyklus nehme Fahrt auf, die Bewertungen seien noch günstig, und die Gewinnerwartungen hätten noch Luft nach oben.
Aktien aus dem Stahlbereich waren nach ihrem jüngsten Rücksetzer wieder gefragt. Am Vortag schon waren sie mit den Metallpreisen angezogen, die sich von ihrem jüngsten Kurssturz erholten. Dieser Trend setzte sich am Dienstag fort. Damit gewannen Thyssenkrupp im MDax über sechs Prozent. Im Nebenwerteindex SDax stiegen Salzgitter um gut 4,5 Prozent.
Derweil geht die Berichtssaison der Unternehmen in eine neue Runde. So will der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius an seine jüngste Erholung anknüpfen und weiter profitabel wachsen. Die Ziele für 2026 implizierten aber eine Senkung der Markterwartungen für Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis, schrieb Charles Pitman-King von der britischen Investmentbank Barclays. Der wohl bewusst vorsichtige Ausblick sei für die Papiere eine Belastung. Die Vorzugsaktien von Sartorius schwankten stark, zogen zuletzt aber um 7,7 Prozent an.
Zudem bewegten erneut Analystenstimmen die Kurse. So könnte sich nach Ansicht der Privatbank Berenberg ein Kauf der Aktien von Evotec lohnen. Die Hamburger seien ein weltweit anerkanntes Auftragsforschungsinstitut. Den Kunden böten sie umfangreiche Lösungen in der Forschung und Entwicklung von Medikamenten. Die Evotec-Papiere schnellten um knapp zehn Prozent nach oben und waren damit der klare Favorit im SDax.
Euro stabilisiert, Gold erholt sich weiter
Der Euro stabilisierte sich bei 1,18 US-Dollar. Am Freitag und Montag war der Euro noch deutlich unter Druck geraten. Am Dienstagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1808 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1801 (Montag: 1,1840) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8473 (0,8445) Euro.
Der Goldpreis erholte sich nach dem dramatischen Absturz in der Vorwoche ebenfalls weiter. Je Feinunze (31,1 Gramm) stieg der Kurs bis zum Handelsschluss in Frankfurt um 3,3 Prozent auf 4.933 US-Dollar. In Euro stieg der Goldpreis in ähnlicher Höhe. Die Rally des Edelmetalls gipfelte in der Vorwoche bei Kursen von fast 5.600 US-Dollar, ehe eine scharfe Korrektur einsetzte. Auch Silber gab einen Großteil seiner jüngsten Gewinne wieder ab. Am Dienstagabend notierte der Silberpreis wieder rund 6,5 Prozent höher bei 88,22 Dollar je Feinunze. Hier liegt das nach extremen Gewinnen erreichte Rekordhoch bei 121 US-Dollar.
(mit Material von dpa-AFX)


