Fed-Direktor Miran verteidigt Trumps US-Zölle - "Ausländer zahlen"

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09. Feb (Reuters) - ⁠US-Notenbankdirektor Stephen Miran hat die umstrittene Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gegen Kritik verteidigt. Die Strafzölle hätten sich als weniger schädlich für die Konjunktur erwiesen als von vielen befürchtet, sagte der Währungshüter am Montag bei einem Auftritt ‌an der Universität in Boston. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht trügen nicht die US-Bürger die Hauptlast der Abgaben, sondern ausländische Akteure. "Ich denke, die Welt ⁠hat sich ⁠in einer Reihe von Fragen in meine Richtung bewegt", sagte Miran mit Blick auf die Warnungen zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor einem Jahr. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft seien "ziemlich gedämpft" geblieben.

Miran widersprach der unter Ökonomen vorherrschenden Lehrmeinung, wonach Zölle durch höhere Preise letztlich von den ‌heimischen Verbrauchern bezahlt werden. Statistische Verzerrungen würden ‌die wahre Belastung verschleiern, sagte Miran. Was in den Daten wie eine Zahlung durch eine US-Einheit aussehe, sei oft lediglich die US-Tochtergesellschaft eines ausländischen Konzerns. Die ⁠US-Notenbank, die Trump mehrheitlich nicht nach dem Mund redet, hatte dagegen festgestellt, ‌dass der Anstieg der Inflation über den ⁠Zielwert von zwei Prozent in diesem Jahr zu einem nennenswerten Teil auf den Zolldruck zurückzuführen sei.

Miran, der ein ehemaliget Wirtschaftsberater Trumps ist und erst kürzlich zur Fed wechselte, sprach zudem von positiven ‌fiskalischen Folgen. Die Zolleinnahmen würden ⁠signifikant dazu beitragen, das Haushaltsdefizit zu ⁠verringern. Selbst Präsident Trump hatte Ende 2025 eingeräumt, dass die US-Bürger durch die Maßnahmen "vielleicht etwas bezahlen" müssten, die Politik unter dem Strich aber positiv sei. Über der Zollpolitik schwebt noch eine juristische Unsicherheit: Der Oberste Gerichtshof der USA prüft derzeit die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen. Trump hat bereits gewarnt, eine Aufhebung durch das Gericht käme einem Desaster gleich. Mehrere der Richter an dem Obersten Gerichtshof waren von Trump nominiert ⁠worden.

(Bericht von Michael S. Derby, geschrieben von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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