
Der Dax tut sich an der Charthürde von 25.000 Punkten weiterhin schwer. Der Index fiel direkt nach der Eröffnung und lag eine Stunde nach Handelsbeginn bei 24.867 Punkten mit 0,48 Prozent im Minus.
Im bisherigen Wochenverlauf fehlte den Anlegern bei 25.000 Punkten mehrmals die Bereitschaft, nachzukaufen. Sie sind in Lauerstellung vor dem Jobbericht aus den USA, der am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit nachgeholt wird. Vor diesem kam zur Wochenmitte auch kein Schwung von den US-Börsen: Deren Leitindex Dow Jones Industrial konnte zwar am Vortag seine Rekordjagd fortsetzen, am Ende blieb aber von seinen Kursgewinnen kaum etwas übrig.
"Die US-Arbeitsmarktdaten für den Januar sind so etwas wie die Zahl der Woche für die Börsen", schrieb am Morgen der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Nach einigen enttäuschenden Berichten werde jetzt eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau erwartet. Sollte er sich weiter abschwächen, könne dies "den demnächst scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell noch einmal unter politischen Druck bringen."
Siemens Energy-Aktie klettert fünf Prozent
Der Energietechnikkonzern profitierte im ersten Geschäftsquartal weiter von einer hohen Stromnachfrage. Lucas Ferhani vom Analysehaus Jefferies sprach von einem "starken Jahresauftakt", der getrieben sei vor allem von der Nachfrage im Gasturbinengeschäft, das den Auftragseingang aus eigener Kraft im Quartal um mehr als 80 Prozent steigern konnte. Neben den Auftragseingängen haben laut Ferhani auch der bereinigte Gewinn und der freie Finanzmittelfluss weit über den Erwartungen gelegen.
Commerzbank-Aktie gibt nach
Die Commerzbank nimmt sich im Abwehrkampf gegen die Unicredit für 2026 eine noch stärkere Gewinnsteigerung vor. Der Überschuss soll über die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro hinaus nach oben klettern, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten jedoch im Schnitt noch mehr erwartet. Bis 2028 soll der Gewinn wie geplant weiter auf 4,2 Milliarden Euro wachsen. Auch hier erwarten Experten bereits einen stärkeren Anstieg.
Am Finanzmarkt notierte die Aktie knapp eine Stunde nach Handelsbeginn drei Prozent im Minus, nachdem sie nach Bekanntgabe des Gewinns und der Dividende für 2025 am Vortag bereits rund ein halbes Prozent verloren hatte. Für ihre Ziele will Vorstandschefin Bettina Orlopp die Einnahmen weiter nach oben treiben und zugleich die Kosten der Bank im Griff halten. So soll der Zinsüberschuss im laufenden Jahr stärker als gedacht von zuletzt 8,2 Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro wachsen. Der Provisionsüberschuss soll um sieben Prozent zulegen, und die Kosten sollen nur noch 54 Prozent der Erträge aufzehren. Für 2028 hat sich Orlopp 50 Prozent vorgenommen und setzt dabei auch auf den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz. Im vergangenen Jahr lag die Quote noch bei 57 Prozent.Unter dem Strich verdiente die Commerzbank 2025 gut 2,6 Milliarden Euro, wie sie bereits am Dienstag mitgeteilt hatte. Trotz hoher Kosten für den Abbau und die Verlagerung tausender Jobs verfehlte sie ihren Rekordgewinn von 2024 damit nur um rund zwei Prozent. Ohne die Umbaukosten in Höhe von 562 Millionen Euro hätte die Bank mit 3 Milliarden Euro Überschuss einen neuen Höchstwert erreicht.
Wacker Neuson verfehlt Margenziel
Beim Baumaschinenhersteller Wacker Neuson haben im Schlussquartal Kosten im Zusammenhang mit den dann doch gescheiterten Übernahmegesprächen mit Doosan Bobcat auf das Ergebnis gedrückt. Hinzu kamen einmalige Wertminderungen auf kurzfristige und langfristige Vermögenswerte. Dadurch verfehlten die Münchener die eigenen Erwartungen an ihre Profitabilität für das vergangene Jahr. Die Aktie stieg am Mittwoch im frühen Handel dennoch um rund ein halbes Prozent auf 22,30 Euro.
Wie Wacker Neuson am Dienstagabend anhand vorläufiger Zahlen mitteilte, war das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im vergangenen Jahr um gut sieben Prozent auf 132 Millionen Euro gestiegen. Die entsprechende Marge legte zwar um 0,5 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent zu, Wacker Neuson hatte zuletzt aber 6,5 bis 6,8 Prozent als Ziel ausgegeben.
Wacker Neuson verwies zur Begründung auf die Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit den Gesprächen mit Doosan Bobcat sowie auf Rückstellungen und Abschreibungen im Schlussquartal. Bereinigt um diese hätte die Marge bei 6,5 Prozent gelegen. Der Umsatz lag mit 2,2 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau und damit in der Mitte der vom Unternehmen ausgegebenen Prognosespanne. (mit Material von dpa-AFX)




