Gastgewerbe mit durchwachsener Umsatzbilanz 2025 - "Unter Vorkrisenniveau"

Reuters · Uhr
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Berlin, 19. ⁠Feb (Reuters) - Restaurants, Kneipen, Hotels und andere Beherbergungsbetriebe haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz durch höhere Preise gesteigert. Die Einnahmen des Gastgewerbes stiegen um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2024, wie das Statistische ‌Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das Plus fiel damit mehr als doppelt so groß aus wie 2024 mit 0,6 Prozent. Preisbereinigt (real) fiel ⁠der Umsatz ⁠dagegen um 2,1 Prozent niedriger aus. Dabei verzeichnete die Beherbergungsbranche ein Minus von 2,0 Prozent, die Gastronomie sogar von 2,2 Prozent.

"Die realen Umsätze im Gastgewerbe liegen auch 2025 immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau", sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und ‌Gaststättenverbandes (Dehoga), Guido Zöllick. "Damit blicken Deutschlands Gastgeber ‌auf das sechste Verlustjahr in Folge zurück." Die Branche leide unter der gesamtwirtschaftlichen Schwäche und der Konsumzurückhaltung der Gäste. Gleichzeitig belasteten massiv gestiegene ⁠Kosten die Betriebe. Deshalb führten auch nominale Umsatzzuwächse in der Regel ‌nicht zu Gewinnsteigerungen. 2025 habe ⁠der reale Umsatz um fast 15 Prozent unter dem Niveau von 2019 gelegen - dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, die das Gastgewerbe besonders hart traf.

"Gerade die Gastronomie ist ‌von den seit 2022 erheblich ⁠gestiegenen Kosten bei Nahrungsmitteln und Energie ⁠sowie den sehr viel höheren Ausgaben für Personal stark betroffen", sagte Zöllick. Die seit dem 1. Januar 2026 geltende ermäßigte Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von sieben Prozent sei daher ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation in den Betrieben. "Doch das allein reicht nicht", fügte Zöllick hinzu. Notwendig seien etwa flexiblere Arbeitszeiten, Bürokratieabbau sowie spürbare steuerliche Entlastungen ⁠und Investitionsanreize, insbesondere für mittelständische Betriebe.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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