
Der Dax ist nach einem versöhnlichen Wochenausklang am Montag etwas unter Druck geraten. In den ersten Handelsminuten sank der deutsche Leitindex um 0,70 Prozent auf 25.083 Punkte, konnte sich aber in der ersten Handelsstunde wieder deutlich erholen und liegt aktuell nur noch 0,35 Prozent im Minus bei 25.175 Punkten.
Das Mitte Januar erreichte Rekordhoch von 25.507 Punkten rückt damit wieder etwas weiter in die Ferne. Doch immerhin hielt die viel beachtete runde Marke von 25.000 Punkten. Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung ist damit erst einmal verpufft. Die EU-Regierungschefs hätten verhaltener auf den Gerichtsbeschluss reagiert als vor einem Monat auf Donald Trumps Drohungen wegen Grönland, betonte Experte Greg Fuzesi von der US-Bank JPMorgan. Zunächst ändere sich faktisch nichts an den Zöllen, die der amerikanische Präsident gegen die EU verhängt habe. Gegenmaßnahmen der EU erwartet Fuzesi daher eher nicht. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält das Gerichtsurteil politisch zwar für eine gute Nachricht, warnte in einem Interview mit dem "Handelsblatt" aber vor wachsenden Risiken für die Wirtschaft.
Exportwerte im Fokus
Im von neuen Zollsorgen geprägten Marktumfeld haben am Montag zyklische Exportsektoren am stärksten gelitten. Als defensiv erachtete Branchen erging es besser. US-Präsident Donald Trump droht mit neuen Zöllen, nachdem seine bisherige Zollpolitik vor dem obersten US-Gericht kurz vor dem Wochenende eine Abfuhr erhalten hatte. Die Unsicherheit am Aktienmarkt nimmt nun wieder zu. Marktbeobachter sprechen von Zollchaos. Unternehmen wird die Planungsrundlage immer mehr entzogen.
Von Zöllen besonders anhängige Branchen wie Technologie, Automobil und Chemie verbuchten im frühen Handel Kursverluste. Versorger, Versicherungen und Telekommunikation hielten sich besser. Im Dax lagen SAP mit minus 2,6 Prozent hinten. Commerzbank und Henkel waren vorne mit moderaten Zuwächsen. Im EuroStoxx lagen Enel vorne mit plus 3 Prozent, auch getragen von einer geplanten Dividendenerhöhung.



