
Der Krieg im Iran lastet weiter schwer auf den Kursen. Am Donnerstagabend (europäischer Zeit) weiteten die Indizes an der Wall Street ihre Verluste deutlich aus, nachdem die US-Ölsorte WTI erstmals seit Januar 2025 über die Marke von 80 US-Dollar je Barrel (159 Liter) kletterte. Das entspricht einem Preisanstieg von rund 7,5 Prozent.
Der US-Leitindex Dow Jones ruschte zuletzt um über zwei Prozent auf 47.702 Punkte ab. Der marktbreitere S&P 500 verlor 1,22 Prozent, während der Technologie-lastige Nasdaq 100 rund ein Prozent verlor. Hier stützten Kursgewinne beim Indexschwergewicht Broadcom.
WTI-Öl und auch die Nordseesorte Brent haben damit allein in dieser Woche mehr als 20 Prozent zugelegt. Hintergrund ist der Krieg im Iran nach den Angriffen der USA und Israels am vergangenen Wochenende. Iranische Staatsmedien hatten am Donnerstag erklärt, einen Öltanker im Persischen Golf mit Raketen getroffen zu haben.
Südlich des Irans liegt die Straße von Hormus, eine Meerenge und Nadelöhr der globalen Energieversorgung. Durch die Passage werden etwa 20 Prozent des täglichen Ölbedarfs weltweit verschifft. Wiederholt hatte der Iran mit einer Blockade der Straße gedroht, US-Präsident Donald Trump beschwörte, die Straße mit allen Mitteln offen halten zu wollen.
Teures Öl könnte die Inflation anfachen
Versiegt das Angebot aus Nahost durch den Iran-Krieg für längere Zeit, hätte das schwerwiegende Folgen für die globale Energieversorgung. Öl würde sich immens verteuern, was über Folgeeffekte wie beispielsweise eine teurere Logistik, die Inflation anfeuern könnte. An den Anleihenmärkte steigen die Umlaufrenditen bereits. Aktien profitieren einerseits, wenn Anleihen weniger rentieren, aber auch, wenn die Leitzinsen niedrig und das Finanzierungsumfeld für Firmen dadurch günstig bleibt.
Steigt die Inflation durch höhere Ölpreise, könnten Notenbank zu Leitzinsanhebungen gezwungen sein. Die Furcht vor diesem Szenario belastet die Kurse an der Wall Street. Allerdings gab es in dieser Hinsicht noch keine Signale von der US-Notenbank Federal Reserve oder der Europäischen Zentralbank (EZB).





