Aktienkurs fällt

Langjähriger Chef von Software-Konzern Adobe tritt zurück

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Mats Wiklund / Shutterstock.com

(dpa-AFX) - Beim US-Softwarekonzern Adobe steht nach vielen Jahren ein Chefwechsel an. Shantanu Narayen (62) werde zurücktreten, sobald ein Nachfolger gefunden ist, teilte der Anbieter von Kreativsoftware am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Der Manager werde aber Verwaltungsratsvorsitzender bleiben. Narayen war bereits 1998 zur Adobe gekommen und führt das Unternehmen seit Dezember 2007. Zuletzt zweifelten Investoren zunehmend an der Adobes Fähigkeit, im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz (KI) erfolgreich zu sein. Das Unternehmen bietet etwa Software zur Bearbeitung von Videos und Fotos an.

Der Wechsel werfe Fragen hinsichtlich strategischer Kontinuität, Prioritäten bei der Kapitalallokation und Innovationstempo auf, erklärte Grace Harmon, Analystin bei Emarketer. Investoren dürften sich darauf konzentrieren, ob die neue Führung ein Gleichgewicht zwischen disziplinierter Umsetzung und aggressiven KI-Investitionen wahre, besonders angesichts des zunehmenden Wettbewerbs im Bereich kreativer und unternehmensweiter KI, so die Expertin.

Die Adobe-Aktie geriet zum Wochenschluss unter Druck. Am Freitagmorgen verlor sie auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich gut acht Prozent im Vergleich zum Schlusskurs an der US-Technologiebörse Nasdaq. Damit würde ihr Kurs seinen jüngsten Abwärtstrend fortsetzen. So hat das Papier bis Donnerstagabend im laufenden Jahr 23 Prozent an Wert verloren.

Angesichts des anstehenden Chefwechsels gerieten die von Adobe zeitgleich vorgelegten Zahlen des Geschäftsquartals in den Hintergrund. Die Zahlen lagen weitgehend über den Erwartungen der Analysten. Die Höhe der jährlich wiederkehrender Umsätze habe dabei einen Tick unter den Erwartungen gelegen, schrieb Mark Murphy von des US-Bank JPMorgan. Er bleibt nach den Resultaten des ersten Geschäftsquartals gleichwohl optimistisch. Der Softwarekonzern habe die Saat gesät für die nächste Wachstumsphase.

Künstliche Intelligenz wird als Gefahr wahrgenommen

Der Hersteller von Photoshop und anderen Produkten für Kreativprofis gehört zu einer Gruppe von Anwendungssoftware-Unternehmen wie Salesforce, die angesichts aufstrebender KI-Anbieter Schwierigkeiten haben, neue Kunden zu gewinnen. Adobe hat darauf reagiert und KI-Tools in seine Kreativ- und Marketingsoftware integriert und bietet eigene KI-Modelle zur Generierung von Bildern ohne Urheberrechtsrisiken an, um seinen Marktanteil zu verteidigen.

In Narayens Amtszeit fiel eine Phase enormen Wachstums, in der sich der Jahresumsatz von Adobe seit seinem Antritt fast versechsfachte und zuletzt und bei rund 24 Milliarden US-Dollar lag. Dem Manager wird oft zugeschrieben, einen der ersten erfolgreichen Übergänge in der Softwarebranche zu einem Abonnement-Modell eingeleitet zu haben.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres bis zum 27. Februar steigerte das Unternehmen seinen Umsatz im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar (knapp 5,6 Milliarden Euro). Der von Analysten stark beachtete um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie schnellte um fast ein Fünftel auf 6,06 Dollar nach oben. Der Nettogewinn legte alles in allem um gut vier Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar zu.

Für das laufende zweite Geschäftsquartal peilt Narayen Erlöse von 6,43 bis 6,48 Milliarden Dollar an sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 5,80 bis 5,85 Dollar. Damit fällt auch der Ausblick höher aus als von Analysten erwartet./mis/nas/stw/stk

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