Aktien Frankfurt: Dax ringt um Marke von 11 000 Punkten - China-Sorgen belasten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Belastet durch neue Sorgen um China und den Handelsstreit mit den USA hat der Dax am Freitag um die Marke von 11 000 Punkten gerungen. Bereits am Morgen war der deutsche Leitindex unter die runde Marke gefallen, die er erst zu Wochenbeginn zurückerobert hatte. Dass China erstmals seit vielen Jahren kein Wachstumsziel für 2020 ausgibt, hatte die Anleger verschreckt, wie Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners erklärte. Zuletzt stand für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,79 Prozent auf 10 978,31 Punkte zu Buche.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte konnte hingegen seine Verluste bis zum Mittag fast gänzlich eindämmen - er stand zuletzt noch mit 0,10 Prozent tiefer bei 24 383,53 Zählern. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um etwas mehr als ein halbes Prozent bergab.

Die runde Hürde von 11 000 Punkten hatte der deutsche Leitindex erst zu Wochenbeginn in einem fulminanten Kurssprung überwunden. Trotz des jüngsten Rückschlags steuert der Dax deshalb aktuell noch auf einen Gewinn für die aktuellen fünf Handelstage zu. Ein Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne nach oben sei angesichts der jüngsten Ereignisse für den Dax aber erst einmal kein Thema mehr, glaubt Marktexperte Altmann. Anleger sollten sich in den kommenden Tagen auf weitere Turbulenzen vorbereiten, pflichtet Milan Cutkovic von Axitrader bei.

Bereits am Vortag hatte die Wall Street den deutschen Aktienmarkt in die Tiefe gezogen. Weitere Attacken des US-Präsidenten Donald Trump in Richtung Peking im Corona-Streit wurden von Beobachtern als dramatische Zuspitzung der Lage interpretiert. Nun sorgte China für Unruhe, da sich die Regierung wegen der Unsicherheit rund um die Pandemie kein konkretes Wachstumziel nannte. Zudem befürchten Marktteilnehmer neue Unruhen in Hongkong, weil Peking dort mit einem eigenen Sicherheitsgesetz mehr Kontrolle bekommen will.

Auf Unternehmensseite war die Nachrichtenlage am deutschen Aktienmarkt unterdessen mehr als dünn. Der Handel verlief in ruhigen Bahnen, da viele Marktteilnehmer den Feiertag am Donnerstag und den aktuellen Brückentag für ein verlängertes Wochenende nutzten.

Im Dax profitierten Lufthansa -Papiere weiterhin von der nahenden Rettung durch den Bund. Die Papiere knüpften mit einem Kursplus von zweieinhalb Prozent an den Erholungskurs des Vortages an und setzten sich so als einer der wenigen Index-Gewinner an die Dax-Spitze ab.

Die Sorge um das Wachstum in China und den womöglich wieder aufflammenden Handelszwist mit den USA belastete im Einklang mit der zuvor schon schwachen Nasdaq auch zahlreiche Technologiewerte in der Dax-Familie. Anteile am Chiphersteller Infineon etwa gaben um rund ein Prozent nach, SAP sanken um 1,7 Prozent und im SDax büßten Elmos Semiconductor mehr als vier Prozent ein.

Im Gegenzug waren Gewinner der Corona-Krise gefragt. Papiere des Essenslieferdienstes Delivery Hero schossen mit mehr als 90 Euro auf ein Rekordhoch, und auch die Papiere des Softwareanbieters Teamviewer und der Shop Apotheke näherten sich mit Zuwächsen von knapp drei beziehungsweise rund zwei Prozent ihren Höchstständen./tav/jha/


Von Tanja Vedder, dpa-AFX

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