ATX: Von Banken und vom Tanken – Erste Group Bank, Facc AG, Immofinanz, Lenzing AG, OMV

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ATX: Von Banken und vom Tanken – Erste Group Bank, Facc AG, Immofinanz, Lenzing AG, OMV

Die Reise durch den österreichischen Aktienmarkt geht weiter. Heute stellen wir Ihnen fünf ATX-Unternehmen vor, die sich von der Pandemie wenig beeindrucken ließen. Unser erster Stopp ist die Erste Group Bank. Mit Geld in der Tasche geht es in den Flieger, der mit Teilen der FACC AG ausgestattet ist. Von oben sehen wir all die Häuser, mit denen Immofinanz handelt. Weil es über den Wolken auch schnell kalt wird, geht es an Bord weiter mit Kuscheldecken aus dem Tencel-Stoff von Lenzing. Das Flugzeug landet schließlich. Damit Sie später auch wieder zurückfliegen können, wird das Luftfahrzeug mit Kerosin betankt, welches von einer OMV-Raffinerie per Pipeline in das Tanklager am Flughafen geliefert wird. Wo Sie auch hinschauen- die ATX-Teilnehmer sind überall.

Auf dem ersten Platz der Banken ist Erste Group Bank

Experten prophezeiten den Banken während der Pandemie harte Zeiten. Trotz denkbar großer Risiken wie Kreditausfällen oder ungewöhnlich hoher Belastungen lief es für die Erste Group bisher gut. Die Erste Group Bank ist ein Bankunternehmen aus Österreich, was außerdem Märkte in Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Slowenien, Bosnien, Montenegro, Serbien, Rumänien, Moldau, und Nordmazedonien hat. Selbst bezeichnet sie sich als einen der „größten Finanzdienstleister in Zentral- und Osteuropa“. Von Euromoney erhielt sie 2017 den Preis für die beste Bank dort.

Die Erste Group gehört zur Sparkassengruppe Österreich. Die Performance ist seit Jahresbeginn um 26,24 Prozent gestiegen. Die Deutsche Bank im DAX konnte dagegen nur 18,63 Prozent aufsteigen. Barclays sieht Erste Group als besonders konstruktiv und wachstumsstark, mit einem Kursziel von 35 Euro. Goldman Sachs sieht ebenfalls Potential und erhöht den Kurs am 7. Juli von 35,40 Euro sogar auf 37,40 Euro.

Noch ein Überflieger

Auch, wenn Ihr letzter Flug vermutlich schon eine Weile her ist – mit Sicherheit sind Sie schon mal in einem Flugzeug gewesen, welches FACC-Teile verbaut hatte. Laut dem Aerospace-Riesen startet jede Sekunde ein Luftfahrzeug mit deren Technologie. Allein seit diesem Absatz waren das schon mindestens zehn Flieger. Beeindruckend, nicht?

FACC AG ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luftfahrtindustrie. Das oberösterreichische Unternehmen spezialisiert sich vor allem auf Leichtbaukomponenten und -systeme für Luftfahrzeuge. Seit Jahresbeginn lässt sich eine Wertentwicklung von +2,65 Prozent feststellen. Damit performt die FACC AG im gesamten ATX am zweitschlechtesten. Doch auf ein Jahr gerechnet sind es sogar um die 50 Prozent. Im DAX wäre ein Plus von 2,65 Prozent immer noch besser als die schlechtesten 10 Unternehmen, von denen die klare Mehrheit sogar im Minus liegt. Der größte Verlierer ist hier Siemens Energy mit einem Minus von 23,63 Prozent. Aber auch in der Flugbranche kann der ATX weiterhin die Krone behalten: MTU Aero Engines ist mit -2,07 Prozent unter den schlechtesten fünf des DAX.

Analysten belassen FACC überwiegend auf Hold. So auch Raiffeisen Research, deren Ziel Ende Mai bei 8,90 Euro lag.

Bäcker verdienen Brötchen, Immobilienhändler verdienen Häuser

Zählen Sie auch zu den vielen Menschen, die sich ausgerechnet in Corona-Zeiten nach einem Eigenheim umgesehen haben? Neben Bananenbrotbacken war Häuserkauf der Trend der Pandemie. Drei mögliche Gründe: Man hatte im Lockdown viel mehr Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Nachbarn gingen einem gehörig auf den Zeiger. Und vor allem bringt eine Immobilie eine unwahrscheinlich wertvolle finanzielle Absicherung. Blöd nur, dass Häuser seitdem so teuer geworden sind. Außer für Immobilienunternehmen- wie beispielsweise den Wiener Börsengiganten Immofinanz. In der ersten Jahreshälfte steigert das ATX-Unternehmen seinen Wert um fast 15 Prozent und befindet sich damit in der unteren Mitte des ATX. Im DAX hätte das sogar fast für die Top 10 gereicht. Da es bisher so gut läuft, sieht Raiffeisen Research noch kein Ende in Sicht und stellt Immofinanz Anfang Juni mit 22,50 Euro auf Buy. Der nächste große Wunsch des Immobilienunternehmens ist die Übernahme vom ATX-Kollegen S Immo, der durch seine Performance von Zeitweise fast 26 Prozent auffiel.

Lenzing AG hat guten Stoff

Seit der Corona-Krise redet alle Welt über Gold als Wertanlage. Trendsetter sehen hingegen Holz als das neue Gold. Der Rohstoff bildet die Basis vieler alltagsnotwendiger Dinge.

Bei Lenzing weiß man seit 1938, dass Geld eben doch an Bäumen wächst- oder besser gesagt, in Bäumen.

Das Unternehmen mit Hauptsitz im gleichnamigen Ort verarbeitet Holzfasern zu Textil- und Vliesstoffen. Aus Eukalyptusholz wird zum Beispiel der bekannte Lyocellstoff „Tencel“ gefertigt. Der ist besonders beliebt unter nachhaltigen Bekleidungsherstellern, weil sowohl das Herstellungsverfahren als auch die dazu notwendige Forstwirtschaft als extrem umweltfreundlich gelten. Wer grün investieren möchte, könnte also Gefallen an Lenzing finden. Für den Baader Bank-Analysten Markus Mayer zählt das ATX-Unternehmen zu seinen Favoriten im Chemiesektor in diesem Jahr. Und das nicht ohne Grund: die Performance steigt seit Jahresbeginn um ca. 25,5 Prozent und befördert den Rohstoffverwerter ins obere Drittel des ATX. Auch Kepler Cheuvreux hat Interesse an Lenzing und setzt das Kursziel Ende Juni mit 114 Euro auf Halten.

Und was ist mit dem schwarzen Gold?

Wer schon mal mit dem eigenen Auto den Urlaub in Österreich verbracht hat, wird die großen OMV-Schilder kennen. Vielleicht haben Sie sogar ab und zu schon dort getankt. Wie in der Einleitung bereits angedeutet, beliefert OMV außerdem auch Flughäfen mit Öl. Hinter der Österreichischen Post und At&S erwirtschaftet der Ölriese auf dem dritten Platz ein Plus von 39,11 Prozent seit Jahresbeginn. Ein bisschen was geht da noch laut JPMorgan, deren Kursziel 58 Euro beträgt.

Vergleichbar wäre im DAX zum Beispiel Volkswagen- seit Jahresbeginn ging es für die Wolfsburger etwa 38 Prozent aufwärts.

Obwohl der ATX so klein ist, verstecken sich also einige Perlen darin. Manchmal lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Beim nächsten Mal geht es weiter von Ö bis T, und darunter befindet sich auch der Platz eins des österreichischen Leitindexes. Wer konnte sich diesen Titel erkämpfen? Das erfahren Sie beim nächsten Mal.

Von Ricarda Rasmussen

Titelfoto: Pavel Ignatov / Shutterstock.com

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