Aktien Frankfurt: Moderate Verluste - Anleger warten auf Fed und Nvidia-Zahlen

dpa-AFX · Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor wichtigen Nachrichten aus den USA hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch weitere Verluste verzeichnet. Der Leitindex Dax sank am Nachmittag um 0,34 Prozent auf 18 663,80 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,26 Prozent auf 27 102,85 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,4 Prozent.

Die Zurückhaltung der Anleger vor dem abendlichen Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed sowie den nach US-Börsenschluss anstehenden Nvidia-Zahlen überrasche nicht, schrieb Analyst Christian Henke vom Broker IG. Vor allem an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq bleibe das Thema Künstliche Intelligenz (KI) der Treibstoff. Allerdings seien die Erwartungen an das KI-Vorzeigeunternehmen wohl sehr hoch.

Die Aktien von Nvidia verfehlten vorab nur knapp eine neue Rekordmarke. Der Zwischenbericht hat das Potenzial, über den Technologiesektor hinaus die Märkte deutlich zu bewegen. Die Papiere des Softwareriesen Microsoft , der ebenfalls als wichtiger KI-Protagonist gilt, markierten schon am Dienstag ein neues Hoch.

Vom Fed-Protokoll erhoffen sich Investoren Hinweise auf den geldpolitischen Kurs in den USA. Am Markt wird erwartet, dass die Fed die Zinsen später anheben wird als etwa die Europäische Zentralbank (EZB), weil sich die Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt bislang noch hartnäckiger gezeigt hat. Die jüngsten Reden von Fed-Mitgliedern hätten die Sicht der letzten Monate wiederholt, dass man einige Monate mit besseren Inflationsdaten sehen wolle, bevor die Zinswende eingeleitet werde, schrieben die Devisenexperten der Commerzbank. Dies untermauere aber einmal mehr, warum noch nicht allzu bald mit US-Zinssenkungen gerechnet werden sollte.

Aus Branchensicht standen Europas Autowerte nach einem Bericht über mögliche chinesische Zölle auf Importfahrzeuge unter Verkaufsdruck. Insidern zufolge könnte China Zölle von bis zu 25 Prozent erheben auf leistungsstarke Autos aus der Europäischen Union (EU) und den USA. Unlängst erst hatten die USA Zölle für Elektroautos aus China drastisch erhöht, und auch in der EU stehen Zölle auf chinesische Autos zur Debatte.

Entsprechend lag der europäische Automobilsektor mit minus 1,7 Prozent auf dem letzten Platz der Branchenübersicht . Die Aktien von Porsche AG zählten mit minus 3,6 Prozent zu den größten Dax-Verlierern. BMW , Mercedes-Benz und Volkswagen büßten zwischen 1,2 und 2 Prozent ein.

Die Aktien von Evotec verloren nach Quartalszahlen zuletzt 0,4 Prozent, nachdem sie vorbörslich noch deutlich im Minus notiert hatten. Der Wirkstoffforscher verzeichnete einen schwächeren Jahresauftakt, bekräftigte allerdings seine Jahresziele. Der Umsatz im ersten Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, das bereinigte operative Ergebnis aber schlechter, kommentierte ein Händler.

Der Baumarktkonzern Hornbach Holding rechnet nach Rückgängen im vergangenen Geschäftsjahr für 2024/25 nur mit leichtem Aufwind. Zwar berichtete Hornbach von einem starken Start in die Frühjahrssaison, erwartet im weiteren Jahresverlauf wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds aber eine schwächere Umsatzentwicklung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Nettogewinn um 20 Prozent. Die Aktionäre sollen dennoch eine stabile Dividende von 2,40 Euro je Aktie erhalten. Die Hornbach-Papiere verloren im Nebenwert-Index SDax 2,9 Prozent.

Der Euro sank auf 1,0828 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0864 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,57 Prozent am Vortag auf 2,59 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 124,14 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,32 Prozent auf 130,36 Zähler./gl/men

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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