Kolumne von Heiko Böhmer

Apple und Co.: Wieso Marken oft stärker sind als Fundamentaldaten

Heiko Böhmer · Uhr

Eine begehrte Marke kann Unternehmen besonders wertvoll machen – und für den Aktienkurs ebenso wichtig sein wie hohe Gewinne. Apple ist dafür ein Paradebeispiel. Aber es gibt noch andere.

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Quelle: Vytautas Kielaitis/Shutterstock.com

Es gibt Dinge, die altern einfach gut – guter Wein, italienisches Leder und starke Marken. Wer an der Börse länger unterwegs ist, weiß: Unternehmen mit einer kraftvollen Marke sind wie Marathonläufer – sie halten länger durch, auch wenn der Wind mal von vorn kommt.

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Marken schaffen Vertrauen. Sie stehen für Qualität, Wiedererkennung und manchmal auch für ein Lebensgefühl. „Made in Germany“ ist da fast schon ein Klassiker – jahrzehntelang Synonym für Ingenieurskunst und Verlässlichkeit. Doch auch jenseits der Autobahnen haben starke Marken längst die Oberhand gewonnen.

Apple ist weit mehr als ein Smartphone-Hersteller

Ein Paradebeispiel? Natürlich Apple. Die Kalifornier verkaufen nicht nur Smartphones, sondern ein Gefühl – das Gefühl, Teil eines exklusiven Clubs zu sein. Und obwohl viele Wettbewerber technisch locker mithalten können, zücken Millionen Menschen Jahr für Jahr ihre Kreditkarte für das neueste Modell – oft mit leuchtenden Augen und leerem Konto. Das nennt man Markenmacht.

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Aber Apple ist nicht allein auf weiter Flur. Nike beispielsweise schafft es, mit limitierten Sneakern ganze Fangemeinden in Aufruhr zu versetzen. Ein Influencer postet ein neues Modell, und plötzlich stehen Tausende Schlange. Willkommen in der Welt, in der Social Media der verlängerte Arm des Marketings geworden ist – und wo neue Marken teilweise aus dem Nichts entstehen, weil jemand mit Reichweite eine clevere Idee hatte.

Doch Marken sind weit mehr als Modeerscheinungen. In der Investmentwelt gelten sie als wirtschaftliche Burggräben – und die sind Gold wert. Wer es schafft, sich mit einer starken Marke dauerhaft von der Konkurrenz abzuheben, kann höhere Preise verlangen, Kunden langfristig binden und sich damit solide Erträge sichern.

Hermès ist hier das perfekte Beispiel. Objektiv betrachtet: Es sind Handtaschen. Subjektiv betrachtet: Es sind Kunstwerke, Statussymbole – und Eintrittskarten in eine exklusive Welt. Wer eine Birkin Bag möchte, braucht Geduld, Beziehungen und ein gut gefülltes Konto. Luxus in Reinform – und ein Paradebeispiel dafür, wie sich eine Marke als Schutzschild gegen die Konkurrenz nutzen lässt.

Starke Marken sind oft starke Investments

Für uns Anleger heißt das: Starke Marken sind oft starke Investments. Sie wachsen nicht über Nacht, aber sie halten über Jahrzehnte. Sie sind seltener günstig bewertet, aber dafür stabiler in Krisenzeiten. Denn wer über Jahrzehnte das Vertrauen seiner Kunden gewinnt, der überzeugt meist auch an der Börse.

Natürlich sollte man genau hinschauen: Nicht jede angesagte Marke ist ein Investment wert. Manche Trends flackern auf – und erlöschen schneller, als man „Limited Edition“ sagen kann. Entscheidend ist die Beständigkeit, die Wiedererkennbarkeit und das Vertrauen, das eine Marke über Generationen aufbaut. Denn manchmal sind es eben nicht die Zahlen, die zählen – sondern das, was in unseren Köpfen bleibt. Und das ist bei starken Marken oft unbezahlbar.

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